Der Rettungsversuch des seit zwei Wochen vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals hat sich erneut verzögert. Entgegen ursprünglicher Planungen, das Tier bereits am Freitag zu transportieren, wurde nun bekannt gegeben, dass dies heute nicht mehr stattfinden wird. Die Sprecherin der beteiligten Initiative, Janine Bahr-van Gemmert, bestätigte, dass der aufwendige Vorgang länger dauere als angenommen. Der Buckelwal, der große Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, sollte ursprünglich von Poel in die Nordsee gebracht werden. Die Hoffnungen, das Meeressäuger bald in sicherere Gewässer zu verbringen, müssen somit vorerst aufgeschoben werden.
Die Gründe für die Verzögerung liegen laut Bahr-van Gemmert hauptsächlich in den komplexen Genehmigungsverfahren. Sie beschrieb die Situation als „sehr, sehr schwierig“, da jeder einzelne Schritt von den Behörden abgesegnet werden muss. Jegliche Abweichung vom ursprünglichen Konzept erfordere eine erneute schriftliche Genehmigung, was den Prozess erheblich verlangsame. So müsse beispielsweise selbst das tägliche Anbringen von Tüchern mit Zinksalbe zur Behandlung der Hautprobleme des Wals immer wieder neu beantragt und genehmigt werden. Zudem wurde versucht, das Maul des Wals zu untersuchen, um nach Netzresten zu suchen, was jedoch nicht möglich war.
Auf Seiten der Behörden betonte eine Sprecherin des Schweriner Umweltministeriums die Bemühungen um schnelle Abstimmungen. Ein konkretes Beispiel dafür sei die zügige Erteilung einer vorübergehenden Berufserlaubnis für die aus Hawaii hinzugezogene Tierärztin Jenna Wallace, die sonst keine Arbeitserlaubnis in Deutschland gehabt hätte. Die geplante Rettungsaktion sieht vor, zunächst Schlick um den Wal zu entfernen und ihn anschließend mit Luftkissen anzuheben. Eine speziell angefertigte Plane, befestigt zwischen Pontons, soll dann unter das Tier geführt und dieses damit angehoben werden.
Diese private Initiative wird maßgeblich von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und der Unternehmerin Karin Walter-Mommert getragen. Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte der Aktion überraschend grünes Licht gegeben, jedoch betont, dass die volle Verantwortung, auch finanziell, bei den Initiatoren liege. Fachleute namhafter Institute hatten im Vorfeld Bedenken geäußert und darauf hingewiesen, dass ein Transportversuch dem ohnehin geschwächten Tier mehr schaden könnte, als ihm zu helfen. Trotz dieser kritischen Stimmen und der aktuellen Verzögerungen bleibt die Initiative entschlossen, den Buckelwal zu retten.
