Künftig könnten Eltern in Deutschland beim Elterngeld vor neuen Regeln stehen. Familienministerin Karin Prien von der CDU hat ein neues Modell vorgestellt. Der Plan soll Väter stärker in die Betreuung von Kindern einbinden. Gleichzeitig soll der Staat rund 500 Millionen Euro pro Jahr sparen.
Nach dem Vorschlag soll das Elterngeld künftig nur noch 12 statt bisher 14 Monate gezahlt werden. Voraussetzung ist, dass beide Elternteile jeweils mindestens drei Monate die Betreuung übernehmen. Gleichzeitig sollen die monatlichen Beträge leicht steigen. Die geplante Änderung ist jedoch noch nicht beschlossen. Der Entwurf muss zunächst innerhalb der Regierung abgestimmt werden. Danach muss auch das Parlament zustimmen.
Das Elterngeld gibt es in Deutschland seit 2007. Es soll Familien nach der Geburt eines Kindes finanziell unterstützen. Außerdem soll es Eltern helfen, Beruf und Familie besser zu verbinden. Derzeit erhalten Eltern mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro pro Monat.
Seit April 2025 gilt eine neue Einkommensgrenze. Paare und Alleinerziehende mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von mehr als 175.000 Euro erhalten keine Zahlung mehr. Beim aktuellen Modell bekommen Eltern für 14 Monate Elterngeld, wenn beide Elternteile mindestens zwei Monate an der Betreuung teilnehmen.
Mit dem Modell Elterngeld Plus können Eltern die Bezugszeit verlängern. Dafür fällt die monatliche Zahlung geringer aus.
Die Zahl der Menschen mit Elterngeld ist in den vergangenen Jahren gesunken. Im Jahr 2025 erhielten rund 1,61 Millionen Menschen die Leistung. Darunter waren etwa 1,19 Millionen Frauen und 417.000 Männer. Der Anteil der Männer lag zuletzt bei rund 25,9 Prozent.
Der Rückgang hängt vor allem mit weniger Geburten zusammen. Auch die staatlichen Ausgaben für das Elterngeld sind gesunken. Im Jahr 2022 lagen die Kosten noch bei mehr als 7,6 Milliarden Euro. 2025 waren es rund 7,1 Milliarden Euro.
Die Bundesregierung hatte bereits im Koalitionsvertrag Änderungen beim Elterngeld angekündigt. Ziel war es, mehr Anreize für eine gemeinsame Betreuung von Kindern zu schaffen. Nun verstärken Sparpläne den Druck auf eine Reform.
Nach dem neuen Modell sollen drei Monate fest für jedes Elternteil vorgesehen sein. Weitere sechs Monate könnten die Eltern flexibel teilen. Alleinerziehende sollen weiterhin bis zu zwölf Monate volles Elterngeld erhalten können.
Auch die Höhe der Zahlung soll angepasst werden. Der Mindestbetrag soll von 300 auf 330 Euro steigen. Der Höchstbetrag könnte von 1.800 auf 1.900 Euro erhöht werden. Die Grundregel soll bleiben: Das Elterngeld beträgt etwa 65 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens.
Der Entwurf sieht außerdem Änderungen beim Mutterschutz vor. Beschäftigungsverbote nach der Geburt sollen nach den geplanten Regeln auf zwölf Monate begrenzt werden.
Die geplanten Änderungen stoßen auf Kritik. Einige Familienverbände warnen davor, dass Kürzungen besonders Frauen treffen könnten. Sie befürchten, dass Mütter häufiger beruflich zurückstecken müssen, wenn weniger Unterstützung zur Verfügung steht.
Andere Stimmen fordern eine stärkere Erhöhung des Mindestbetrags. Sie sehen die geplante Anhebung auf 330 Euro als zu gering an. Einige Verbände schlagen einen Mindestbetrag von mehr als 500 Euro vor.
Viele Eltern wünschen sich eine gerechtere Aufteilung der Betreuung. Eine Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigt, dass viele Frauen und Männer ein Modell bevorzugen, bei dem beide Elternteile gleich viel Zeit mit dem Kind verbringen.
Rund 45 Prozent der befragten Frauen und 42 Prozent der Männer unterstützten ein Modell mit sieben Monaten Elternzeit für jedes Elternteil. Andere Eltern bevorzugen weiterhin das bekannte Modell mit zwölf Monaten für die Mutter und zwei Monaten für den Vater.
Experten sehen mehr Väterzeit auch als Vorteil für den Arbeitsmarkt. Wenn Väter mehr Betreuung übernehmen, könnten Frauen schneller in den Beruf zurückkehren. Das könnte helfen, den Mangel an Arbeitskräften zu verringern.
Viele Eltern wünschen sich zudem weniger Bürokratie. In der Umfrage nannten 44 Prozent eine einfachere Antragstellung als wichtige Hilfe im Alltag mit Kindern.
Die Reform des Elterngeldes befindet sich noch in der Prüfung. Erst nach einer Einigung der Regierung und einer Abstimmung im Parlament steht fest, welche Regeln künftig gelten.
