Die Lage in der Heimat der Autos ist extrem ernst. Der Stellenabbau in der Autoindustrie nimmt immer weiter zu. Fast alle großen Firmen sparen heute sehr viel Geld. Sie streichen nun viele tausend Stellen in ganz Deutschland. Der Grund dafür ist die harte Konkurrenz aus China. Firmen von dort bauen immer mehr günstige Autos mit Strom. Das schwächt den Verkauf von deutschen Wagen auf der Welt. Auch neue Zölle aus den USA machen große Sorgen. Dazu kommen hohe Kosten für Energie durch Kriege und Krisen. Die Preise für neue Wagen fallen immer weiter ab. Das drückt auf den Gewinn der bekannten Marken.
Nun meldet auch BMW einen großen Abbau von Stellen. Das Werk in München streicht bis zu 8.000 Jobs. Das sind rund 5 Prozent aller Stellen in der Firma. Der Konzern besitzt auch die Marken Mini und Rolls Royce. Die Kündigungen treffen vor allem die Standorte in Deutschland. Niemand soll jedoch gegen seinen Willen entlassen werden. Der Abbau geht über die Rente und Abfindungen. In China ging der Verkauf von Autos stark zurück. Im zweiten Quartal fiel der Absatz dort um 30 Prozent. Der Gewinn sank zeitgleich um 35 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Der Umsatz ging von 34 auf 31 Milliarden Euro zurück. Die Prognose für das Jahr fällt daher deutlich schlechter aus.
Auch bei Porsche fallen sehr viele gute Arbeitsplätze weg. Der Bau von schnellen Wagen spart künftig viel Geld. Die Firma streicht bis zu 5.000 weitere Jobs bis 2035. Das betrifft fast jeden fünften Mitarbeiter im ganzen Land. Betroffen sind die Werke in Stuttgart und in Weissach. Schon im Vorjahr plant die Leitung den Abbau von 1.900 Jobs. Auch 2.000 Verträge auf Zeit laufen nun einfach aus. Höhere Löhne gibt es für die Arbeiter vorerst nicht. Der Bonus hängt ab jetzt fest am Gewinn der Marke. Zudem schließen drei kleine Töchter mit etwa 500 Leuten. Auch im Werk Leipzig fallen einige Jobs vollkommen weg. Von 41.800 Kräften arbeiten 85 Prozent in Deutschland.
Am härtesten greift der Riese Volkswagen durch. Der Konzern will nun bis zu 100.000 Stellen streichen. Das ist doppelt so viel wie im ersten Plan. Zudem sollen vier große Werke in Deutschland für immer schließen. Gewerkschaften und die Politik kämpfen hart gegen diesen Schritt. Das Land Niedersachsen besitzt viele Anteile und hat ein Veto. VW hat weltweit rund 630.000 Angestellte auf der Liste. Mit Firmen in China sind es sogar 680.000 Menschen. Der Konzern braucht 60 Prozent mehr Mitarbeiter als Toyota. Dennoch bauen beide Riesen etwa gleich viele Wagen im Jahr. Die Kosten im Werk sind doppelt so hoch wie bei Rivalen. Der Wechsel hin zum E-Auto verläuft zudem viel zu langsam.
Mercedes wählt einen Weg mit etwas weniger Härte. Die Marke will fünf Milliarden Euro bis zum Jahr 2027 sparen. Es gibt vorerst keine festen Kündigungen im eigenen Land. Rund 5.500 Leute aus Forschung und Büro nahmen Abfindungen an. Die Arbeiter in der Fertigung bleiben bisher vor Entlassungen geschützt. In China baut die Firma jedoch bereits Jobs ab. Der Bonus für die Belegschaft verschiebt sich auf das Jahr 2027. Zudem fordert der Vorstand nun 40 Stunden Arbeit pro Woche. Extra Geld bekommen die Leute für die Mehrarbeit nicht. Ein Teil der Jobs wandern wohl komplett ins Ausland. Die Firma schrieb über 700 Millionen Euro in China ab. Der Gewinn der Sparte für Autos sank um ein Viertel auf 909 Millionen Euro.
Auch die Marke Audi steht unter sehr hohem Druck. Das Unternehmen kürzt bis zu 7.500 Stellen bis zum Jahr 2029. Die Jobs fallen in der Verwaltung und Forschung weg. Auch hier helfen Programme für die Rente und Abfindungen. Das Werk in Neckarsulm steht sogar vor dem Aus. Eine Schließung droht für das Jahr 2030 durch den Mutterkonzern. Dort fertigt man Autos wie den A5, A6 und A8. Bis zu 15.000 Arbeiter sorgen sich um ihren Job. Der Bau von Wagen sank dort von 300.000 auf 225.000 Stück.
Der tiefgreifende Wandel trifft die gesamte Wirtschaft im Land. Die großen Hersteller müssen nun neue Wege gehen. Erfolge aus alten Tagen zählen heute leider nicht mehr. Nur mit Mut können sie im weltweiten Wettbewerb bestehen.
