Ein Transportflugzeug der deutschen Luftwaffe hat am Wochenende einen seltenen Zwischenstopp in Billings im US-Bundesstaat Montana eingelegt. Die Maschine vom Typ A400M Atlas zog dabei die Aufmerksamkeit eines örtlichen Flugzeugfans auf sich. Der kurze Aufenthalt führte auch zu Fragen über den Einsatz deutscher Soldaten in der Region.
Für Carolyn Willis war die Ankunft der Maschine ein besonderer Moment. Willis arbeitet als Wetterbeobachterin für die US-Luftfahrtbehörde FAA. In ihrer Freizeit verfolgt sie Flugbewegungen und fotografiert Flugzeuge. Dafür nutzt sie eine App auf ihrem Smartphone.
Als die App sie über den Flug des deutschen A400M informierte, wollte Willis die Maschine selbst sehen. Sie verfolgte die Route des Flugzeugs von Deutschland über Washington bis nach Billings. Dort landete die Maschine nahe dem Edwards Jet Center.
Willis wartete mit einer GoPro und weiterer Kameraausrüstung am Flughafen. Sie wollte den seltenen Besuch aufnehmen. Nach eigenen Angaben lebt sie seit mehr als 20 Jahren in Billings. Ein ausländisches Militärflugzeug hatte sie dort bisher noch nicht gesehen.
Der Aufenthalt der deutschen Maschine dauerte jedoch nicht lange. Der A400M blieb nur rund eine Stunde am Boden. Danach hob das Flugzeug wieder ab. Für Willis blieb der kurze Besuch dennoch ein besonderes Erlebnis.
Besonders freute sie sich über eine kleine Geste der Besatzung. Ein Mitglied der Crew winkte ihr zu, als das Flugzeug wieder startete. Für die Flugzeugliebhaberin war dies ein Moment, den sie nicht vergessen werde.
Der ungewöhnliche Besuch sorgte auch in sozialen Medien für Spekulationen. Einige Nutzer fragten sich, warum ein deutsches Militärflugzeug gerade in Billings gelandet war. Verantwortliche erklärten jedoch, dass der Stopp selbst ein normaler Vorgang gewesen sei.
Parker Hesser, Leiter des Bodenteams beim Edwards Jet Center, sagte, die Maschine habe angehalten, um Ladung und Ausrüstung nachzuladen. Danach setzte sie ihre Reise zurück nach Deutschland fort.
Die genaue Aufgabe der deutschen Luftwaffe in der Region blieb zunächst offen. Willis wusste selbst nicht, warum die Maschine in Billings gelandet war. Deshalb wurden auch Vertreter der Army National Guard nach dem Hintergrund des Fluges gefragt.
Captain Andrew Gagney konnte keine Stellungnahme vor laufender Kamera geben. Er bestätigte jedoch, dass sich die deutsche Luftwaffe wegen einer gemeinsamen Militärübung in der Region befand.
In der Nähe von Billings liegt der Powder River Training Complex. Das Gebiet umfasst einen großen militärischen Luftraum. Er erstreckt sich über Teile von Montana, Wyoming sowie North und South Dakota. Der Trainingsraum umfasst rund 35.000 Quadratmeilen.
Ob der deutsche A400M tatsächlich in diesem Luftraum eingesetzt wurde, blieb jedoch unbestätigt. Eine entsprechende Anfrage an die zuständige Militärstelle brachte keine offizielle Bestätigung. Auch der genaue Zweck der deutschen Aktivitäten wurde nicht genannt.
Der A400M Atlas ist ein modernes Transportflugzeug. Die Maschine kann Soldaten, Fahrzeuge, Ausrüstung und andere Lasten über große Entfernungen transportieren. Sie wird von mehreren europäischen Streitkräften eingesetzt und ist ein wichtiger Teil der deutschen militärischen Transportflotte.
Der Besuch in Billings war daher kurz, aber ungewöhnlich. Für die örtlichen Beobachter bot er einen seltenen Blick auf deutsche Militärtechnik. Für Willis stand dabei vor allem die Maschine selbst im Mittelpunkt.
Besonders beeindruckt war sie vom Flugzeugtyp. Nach eigenen Angaben hatte sie einen A400M zuvor noch nie aus der Nähe gesehen. Die seltene Landung machte den Besuch für sie zu einem besonderen Ereignis.
Die deutsche Luftwaffe Billings Begegnung zeigt zugleich, wie internationale Militärübungen auch außerhalb großer Stützpunkte sichtbar werden können. Obwohl die Behörden nur wenige Details nannten, steht fest, dass die deutsche Maschine im Rahmen einer gemeinsamen Übung in der Region unterwegs war.
