Polen verstärkt seine Ostgrenze mit einem großen Verteidigungsprojekt. Das sogenannte Ost-Schild soll das Land besser gegen einen möglichen Angriff aus dem Osten schützen. Seit Ende Juni helfen auch deutsche Pioniere beim Bau der Anlagen an der Grenze zu Russland.
Rund 40 Soldaten der Bundeswehr arbeiten derzeit nahe Budry in Masuren. Der Ort liegt nahe der russischen Grenze. Die deutschen Pioniere bauen dort Sperren für Panzer. Sie arbeiten dabei mit polnischen Soldaten zusammen.
Das Ost-Schild wird seit 2024 gebaut. Polen plant ein großes Netz aus Hindernissen und Verteidigungsanlagen. Dazu gehören Gräben, Sperren und weitere militärische Anlagen. Das Projekt soll die Bewegung feindlicher Truppen erschweren. Die polnische Regierung plant die Fertigstellung bis 2028.
An einem Abschnitt nahe der Grenze setzen die deutschen Pioniere große Betonblöcke ein. Diese sogenannten Tschechischen Igel sollen Panzer stoppen oder verlangsamen. Ein Bagger hebt die schweren Blöcke von Lastwagen und setzt sie auf dem Boden ab.
Die Sperren stehen in mehreren Reihen. Zwischen den Verteidigungslinien befindet sich ein weiterer Bereich. Dort können im Fall einer Gefahr zusätzliche Maßnahmen vorbereitet werden. Ein tiefer Graben verläuft ebenfalls entlang der Grenze.
Die deutschen Soldaten haben in sechs Wochen mehr als einen Kilometer solcher Sperren aufgebaut. Ein polnischer General lobte die Arbeit der Bundeswehr. Er sagte, er sei von der Leistung der deutschen Soldaten beeindruckt.
Für Deutschland hat der Einsatz auch eine politische Bedeutung. Die Bundeswehr sieht ihre Beteiligung als Teil der Zusammenarbeit innerhalb der NATO. Der Einsatz soll zudem zeigen, dass die Sicherheit der polnischen Ostgrenze auch für andere Bündnispartner wichtig ist.
Polen und Deutschland arbeiten bereits seit vielen Jahren militärisch zusammen. Polen trat 1999 der NATO bei. Seitdem wurden gemeinsame Übungen und Programme für Soldaten beider Länder ausgebaut. Auch das multinationale NATO-Korps in Stettin ist ein wichtiger Teil dieser Zusammenarbeit.
Der Krieg in der Ukraine hat die Sicherheitslage in Europa stark verändert. Russland griff die Ukraine im Februar 2022 an. Seitdem hat Polen seine Verteidigungsplanung deutlich verstärkt.
Auch die Ausgaben für die polnische Armee sind stark gestiegen. Für 2026 sind rund 200 Milliarden Złoty für die Verteidigung vorgesehen. Das entspricht etwa 4,8 Prozent des erwarteten Bruttoinlandsprodukts. Nach Angaben der polnischen Regierung ist dies der höchste Anteil unter den NATO-Staaten.
Polen investiert zugleich in neue Waffen und militärische Infrastruktur. Das Land kauft unter anderem moderne Systeme aus den USA. Die Regierung will damit die Fähigkeiten der polnischen Streitkräfte erweitern.
Das Ost-Schild ist ein weiterer Teil dieser Strategie. Die polnische Regierung beschreibt das Projekt als defensiv. Es soll mögliche Angreifer abschrecken und die Bewegungsfreiheit feindlicher Truppen begrenzen.
Auch die Europäische Union unterstützt Polens Sicherheitspläne. Polen ist der größte Empfänger des europäischen SAFE-Programms für Verteidigungsinvestitionen. Die polnische Regierung erwartet daraus umfangreiche Mittel für militärische Projekte.
Die deutsche Unterstützung kommt vor diesem Hintergrund. Die Bundeswehr will mit ihren Pionieren praktische Hilfe leisten. Zugleich soll die gemeinsame Arbeit die militärische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen stärken.
Die deutschen Soldaten sollen zunächst bis Oktober in Polen bleiben. Danach können die Pioniere an anderen Abschnitten des Ost-Schilds eingesetzt werden. Der Abschnitt bei Budry soll in Kürze fertiggestellt werden.
Für Polen bleibt der Schutz der Ostgrenze ein zentrales Thema. Das Land grenzt an Belarus und an die russische Exklave Kaliningrad. Mit dem Ost-Schild entsteht dort ein neues Verteidigungssystem.
Die Zusammenarbeit mit Deutschland zeigt zugleich die Bedeutung der NATO-Ostflanke. Polen baut seine Verteidigung aus. Deutschland beteiligt sich an einzelnen Arbeiten. Beide Länder setzen damit auf gemeinsame Fähigkeiten und Abschreckung innerhalb des Bündnisses.
