Der deutsche Weihbischof Ludwig Schepers hat sich besorgt über die Lage von LGBTQ-Menschen in der Türkei geäußert. Der Geistliche aus Essen sprach sich deutlich gegen die jüngsten Maßnahmen aus, die nach Berichten zur Festnahme von 162 homosexuellen Menschen geführt haben. Seine Aussagen zeigen erneut sein langjähriges Engagement für Menschenrechte und den Schutz sexueller Minderheiten.
Schepers ist Weihbischof im Bistum Essen. Zudem ist er Ansprechpartner der Deutschen Bischofskonferenz für die LGBTQ-Gemeinschaft. In einem aktuellen Gespräch machte er deutlich, dass die Ereignisse in der Türkei nicht nur die Betroffenen treffen. Nach seiner Ansicht hat Angst vor Verfolgung Folgen für die gesamte Gesellschaft.
Der Bischof erklärte, dass Menschen nicht um ihre Sicherheit oder Freiheit fürchten sollten, nur weil sie so leben und lieben, wie sie es möchten. Wenn Menschen wegen ihrer Identität unter Druck geraten, schade dies dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und dem gegenseitigen Respekt.
Besonders wichtig ist für Schepers die Achtung der Menschenwürde. Er betonte, dass grundlegende Menschenrechte für alle Menschen gelten müssen. Dabei dürfe es keine Ausnahmen geben. Dies gelte unabhängig von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität.
Nach seinen Worten besitzt jeder Mensch eine unverletzliche Würde. Diese Würde müsse geschützt werden. Der Bischof verwies darauf, dass jeder Mensch ein Geschöpf Gottes sei und daher Anspruch auf Respekt und Schutz habe.
Schepers sprach auch den Menschen in der Türkei seine Unterstützung aus, die sich gegen Menschenrechtsverletzungen einsetzen. Er würdigte ihren Einsatz für Freiheit und Gleichberechtigung. Zugleich machte er deutlich, dass Schweigen keine Lösung sei, wenn grundlegende Rechte bedroht werden.
Der Weihbischof erklärte, dass er sich mit queeren Menschen in der Türkei solidarisch fühle. Sein Ziel sei es, Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit, Würde und Freiheit zu stärken. Dies sei besonders wichtig in Zeiten, in denen staatlicher oder gesellschaftlicher Druck wachse.
Ludwig Schepers zählt seit Jahren zu den bekanntesten Unterstützern von LGBTQ-Menschen innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland. Immer wieder hat er öffentlich Stellung bezogen und eine offenere Haltung gefordert.
In den vergangenen zwölf Monaten hat er sich mehrfach zu diesem Thema geäußert. Nach einem gewaltsamen Angriff auf eine Pride-Veranstaltung in Berlin rief er Kirchen dazu auf, sichere und unterstützende Gemeinschaften für LGBTQ-Menschen zu schaffen.
Außerdem kritisierte er kirchliche Strukturen, die nach seiner Ansicht zur Ausgrenzung von LGBTQ-Personen beitragen. Er sprach sich dafür aus, dass diese Menschen in allen Bereichen des kirchlichen Lebens akzeptiert werden.
Auch innerhalb der Kirche zeigte sich Schepers mehrfach deutlich. So kritisierte er mehrere Bischöfe, die eine LGBTQ-Pilgerreise im Heiligen Jahr 2025 öffentlich beanstandet hatten. Er stellte sich gegen diese Kritik und warb für mehr Offenheit und Dialog.
Darüber hinaus äußerte er sich wiederholt kritisch zur allgemeinen Haltung der katholischen Kirche gegenüber LGBTQ-Menschen. Er betonte, dass Gottes Schöpfung vielfältig sei. Diese Vielfalt müsse anerkannt und respektiert werden.
Die jüngsten Aussagen des Weihbischofs zur Türkei passen zu seiner bisherigen Haltung. Für ihn stehen Menschenwürde, Freiheit und gleiche Rechte im Mittelpunkt. Er sieht diese Werte als zentrale Grundlagen des christlichen Glaubens und des gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Mit seinen Worten lenkt Schepers die Aufmerksamkeit erneut auf die Situation von LGBTQ-Menschen in Ländern, in denen sie Diskriminierung oder Verfolgung erleben. Seine Stellungnahme unterstreicht die Forderung, dass Menschenrechte weltweit geschützt werden müssen.
Die Debatte über den Umgang mit sexuellen Minderheiten bleibt sowohl in vielen Gesellschaften als auch innerhalb religiöser Gemeinschaften aktuell. Schepers macht dabei deutlich, dass für ihn Respekt, Würde und Freiheit für alle Menschen gelten müssen.
