In Deutschland wächst die Sorge vor Spionage und Sabotage. Die Bundesanwaltschaft sieht vor allem Russland im Fokus. Immer wieder werden mutmaßliche Agenten festgenommen. Sie sollen im Auftrag ausländischer Geheimdienste gearbeitet haben. Ziel ist oft, Informationen zu sammeln und Schaden vorzubereiten.
Generalbundesanwalt Jens Rommel sagte in Karlsruhe, dass Russland oft einfache Helfer nutzt. Diese Menschen sind meist nicht gut ausgebildet. Sie arbeiten für wenig Geld. Viele wissen nicht genau, für wen sie wirklich arbeiten. Das macht die Ermittlungen schwer.
Die Behörden sehen darin ein großes Risiko. Denn diese Helfer können im Fall einer Enttarnung nur wenig Informationen liefern. Das schützt die echten Auftraggeber im Hintergrund. So bleiben viele Strukturen verborgen.
Laut Ermittlern geht es nicht nur um Spionage. Es geht oft auch um Vorbereitung von Sabotage. Dabei werden Ziele im Voraus ausgekundschaftet. Danach könnten gezielte Angriffe folgen. Auch Angriffe auf Personen sind möglich. Ein Ziel sei auch, die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen.
Die Bundesanwaltschaft hat in den letzten Jahren mehrere Fälle bearbeitet. Immer wieder gab es Festnahmen. In einem Fall wurde eine prorussische Netzwerkerin in Berlin festgenommen. Sie soll Informationen über politische Treffen gesammelt haben. Auch Kontakte zu Rüstungsdaten und Drohnenprojekten sollen eine Rolle gespielt haben.
Besonders brisant ist laut Ermittlern der Kontakt zu früheren Soldaten. Die Frau soll versucht haben, Informationen aus dem Umfeld der Bundeswehr zu bekommen. Solche Fälle zeigen, wie breit die Spionage wirken kann.
Auch andere Fälle stehen im Fokus. Mehrere Personen sollen im Auftrag russischer Dienste Informationen gesammelt haben. Diese betreffen den Krieg in der Ukraine. Einige Verdächtige sollen Menschen in Deutschland ausgespäht haben, die Waffen oder Technik an die Ukraine liefern.
Ein weiterer Fall betrifft einen Ex-Soldaten aus der Ukraine. Er soll in Deutschland beobachtet worden sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass er gezielt überwacht wurde. Auch ein Verdächtiger aus Kasachstan soll Informationen weitergegeben haben. Diese betrafen Militär und Rüstungsindustrie.
Im Jahr 2024 und 2025 wurden viele Verfahren eröffnet. Die Zahlen zeigen einen klaren Trend. Die Bundesanwaltschaft führt Dutzende Ermittlungen im Bereich Spionage. Die Regierung betont aber, dass viele verdeckte Fälle nicht in der Statistik stehen.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor einer neuen Lage. Der Krieg in der Ukraine habe die Aktivitäten stark verstärkt. Besonders Russland setze seine Dienste intensiver ein als früher. Auch China und Iran werden genannt.
Die Ziele sind laut Behörden breit. Dazu gehören Politik, Militär und kritische Infrastruktur. Auch Energie, Transport und digitale Systeme sind betroffen. Viele Angriffe beginnen mit Beobachtung und Datensammlung.
Der Verfassungsschutz erklärt, dass solche Aktionen oft lange vorbereitet werden. Erst werden Informationen gesammelt. Danach folgen mögliche Sabotagepläne. Diese können Cyberangriffe oder physische Schäden umfassen.
Ein neues Problem sind sogenannte „Wegwerf-Agenten“. Diese Menschen werden oft über soziale Medien angeworben. Sie bekommen kleine Aufträge und wenig Geld. Sie stehen meist nicht direkt im Dienst eines Geheimdienstes. Genau das macht sie schwer zu verfolgen.
In einem Fall sollen drei Ukrainer im Auftrag Pakete mit GPS-Geräten verschickt haben. Diese Pakete sollten Transportwege in Richtung Ukraine ausspähen. Später könnten gefährliche Sendungen folgen. Die Ermittler sprechen von einem hohen Risiko für die Logistik.
Auch neue Gesetze wurden verschärft. Die Unterstützung fremder Einflussnahme ist nun klar strafbar. Die Strafen können bis zu fünf Jahre Haft betragen. Ziel ist es, solche Netzwerke schneller zu stoppen.
Die Bundesanwaltschaft Bundesanwaltschaft Deutschland sieht sich als zentrale Stelle für solche Fälle. Sie ist für Terrorismus, Spionage und schwere Staatsschutzdelikte zuständig. Generalbundesanwalt Jens Rommel leitet die Behörde seit 2024.
Neben Russland spielen auch andere Länder eine Rolle. In einem Fall ging es um mutmaßliche Spionage für China. Dabei sollen Daten aus Universitäten gesammelt worden sein. In einem weiteren Fall ging es um Iran. Dort sollen Personen Ziele für mögliche Anschläge ausgespäht haben.
Die Behörden betonen, dass die Gefahr weiter wächst. Digitale Angriffe werden häufiger. Auch die Mischung aus Cyberangriffen und klassischer Spionage nimmt zu. Experten sprechen von einer neuen Form der hybriden Bedrohung.
Deutschland setzt daher auf engere Zusammenarbeit. Polizei, Nachrichtendienste und Sicherheitsbehörden tauschen sich stärker aus. Ziel ist es, Muster schneller zu erkennen. Kleine Hinweise sollen früh zu großen Warnsignalen führen.
Die Lage bleibt angespannt. Ermittler rechnen damit, dass Spionage und Sabotage weiter zunehmen. Besonders in Zeiten internationaler Konflikte wächst der Druck auf europäische Staaten. Deutschland bleibt dabei ein wichtiges Ziel.
