Bundeskanzler Friedrich Merz hat vor einer deutlich verschärften Sicherheitslage in Deutschland und Europa gewarnt. Bei einem feierlichen Gelöbnis von Rekruten im sauerländischen Medebach sprach er von konkreten Gefahren, die täglich zunähmen.
Merz nannte dabei verschiedene Bedrohungen. Dazu gehören hybride Angriffe, Spionage, Sabotage, Cyberangriffe, Drohnenüberflüge und gezielte Desinformation. Diese Entwicklungen würden zeigen, dass die Welt insgesamt unsicherer geworden sei.
Der Kanzler betonte, dass nicht nur die europäische Friedensordnung unter Druck stehe. Auch die globale Sicherheitslage habe sich deutlich verschlechtert. Deshalb müsse Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit deutlich stärken.
Im Mittelpunkt seiner Rede stand die Bundeswehr. Merz erklärte, dass die Streitkräfte mit einem klaren Zeitplan ausgebaut würden. Dazu gehören mehr Soldaten, mehr Reservisten und bessere Ausrüstung.
Rund 110 Rekruten der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ legten in Medebach ihr feierliches Gelöbnis ab. Sie bekannten sich zur Verfassung und zum Dienst für Deutschland. Der Kanzler stellte dabei die Bedeutung der Bundeswehr in der Gesellschaft heraus.
Die Regierung setze zudem auf einen beschleunigten Ausbau der Streitkräfte. Durch neue Rekrutierungsmaßnahmen solle die Zahl der Soldaten schnell steigen. Auch die Reserve werde weiter verstärkt.
Gleichzeitig werde die militärische Ausrüstung modernisiert. Merz sagte, die Verteidigungsindustrie habe wieder an Dynamik gewonnen und produziere verstärkt für nationale und europäische Sicherheit.
Er bezeichnete diese Entwicklungen als notwendige Investitionen. Sie dienten der deutschen, europäischen und transatlantischen Sicherheit. Ziel sei es, Abschreckung zu stärken, um Frieden zu sichern.
„Wir wollen uns verteidigen können, damit wir uns nicht verteidigen müssen“, sagte Merz. Abschreckung sei ein zentrales Prinzip moderner Sicherheitspolitik.
Der Kanzler erinnerte auch an sein eigenes Gelöbnis vor mehr als 50 Jahren. Damals sei die Bundeswehr in der Öffentlichkeit weniger präsent gewesen. Heute sei sie fest in der Mitte der Gesellschaft verankert.
Merz betonte, dass die Bundesregierung und die Bevölkerung hinter den Soldaten stünden. Die Streitkräfte hätten die Aufgabe, Freiheit und Demokratie zu schützen.
Er verwies zudem auf den Krieg in der Ukraine. Russland führe dort einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg mitten in Europa. Dies zeige deutlich, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit sei.
Nach Ansicht von Merz müsse Deutschland bereit sein, für Sicherheit und Freiheit einzustehen. Frieden und Stabilität gebe es nicht ohne Einsatz und Verantwortung.
Die Bundeswehr werde daher weiter modernisiert und ausgebaut. Neben mehr Personal seien auch Investitionen in Cyberabwehr und Technik geplant.
Experten sehen in der Rede ein klares Signal für eine langfristige Neuausrichtung der deutschen Verteidigungspolitik. Der Fokus liege stärker auf Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit in einer unsicheren Welt.
