In Bayern haben Ermittler zwei mutmaßliche ehemalige Mitglieder der Terrororganisation Islamischer Staat festgenommen. Die Generalstaatsanwaltschaft München teilte mit, dass gegen die beiden Männer in getrennten Verfahren wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt wird.
Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 28-jährigen irakischen und einen 46-jährigen syrischen Staatsangehörigen. Beide Männer wurden nach ihrer Festnahme einem Richter vorgeführt. Anschließend wurden Haftbefehle vollzogen. Sie befinden sich nun in Untersuchungshaft.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden wurde der irakische Verdächtige bereits in der vergangenen Woche in Traunreut in Oberbayern festgenommen. Einsatzkräfte des Bayerischen Landeskriminalamts und der Polizei führten die Maßnahme durch. Der syrische Staatsangehörige wurde in dieser Woche in Weiden in der Oberpfalz in Gewahrsam genommen.
Die Ermittler gehen davon aus, dass sich beide Männer mit der Ideologie des Islamischen Staates identifiziert haben. Zudem besteht der Verdacht, dass sie sich der Terrororganisation im Frühjahr 2016 angeschlossen haben.
Die aktuellen Ermittlungen stützen sich nach Angaben der Behörden auf Unterlagen der Terrorgruppe. Dazu gehören ein Mitgliederverzeichnis des Islamischen Staates sowie weitere Listen mit personenbezogenen Informationen. Diese Dokumente sollen Hinweise auf die mutmaßliche Rolle der beiden Verdächtigen innerhalb der Organisation enthalten.
Dem 28-jährigen Iraker wird vorgeworfen, zwischen Januar und September 2016 Mitglied des Islamischen Staates gewesen zu sein. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen soll er in diesem Zeitraum auch für die Terrororganisation gekämpft haben.
Der 46-jährige Syrer steht ebenfalls im Verdacht, sich der Extremistengruppe angeschlossen zu haben. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft soll er zwischen Februar und Juli 2016 Mitglied der IS-Polizei gewesen sein. Darüber hinaus soll er verschiedenen Kampfeinheiten der Organisation angehört haben.
Die Ermittler gehen außerdem davon aus, dass beide Verdächtige während ihrer Zeit beim Islamischen Staat regelmäßige finanzielle Leistungen erhalten haben. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen sie monatliche Zahlungen von der Terrororganisation bekommen haben.
Die Verfahren gegen die beiden Männer werden unabhängig voneinander geführt. Die Behörden prüfen nun weitere Beweise und mögliche Verbindungen zu früheren Aktivitäten innerhalb der Terrorgruppe. Die Ermittlungen dauern an.
Der Islamische Staat zählt in Deutschland und vielen anderen Ländern zu den verbotenen terroristischen Organisationen. Sicherheitsbehörden verfolgen seit Jahren mögliche Unterstützer und ehemalige Mitglieder der Gruppe. Dabei arbeiten nationale und internationale Ermittlungsstellen regelmäßig zusammen.
Mit den aktuellen Festnahmen setzen die bayerischen Sicherheitsbehörden ihre Maßnahmen gegen mutmaßliche Extremisten fort. Die Justiz wird nun prüfen, ob sich die Vorwürfe gegen die beiden Männer im weiteren Verlauf der Verfahren bestätigen lassen.
Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für beide Beschuldigten die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen der zuständigen Behörden dauern weiterhin an.
