Zwei Drohnen sind über einem deutschen Militärstützpunkt gesichtet worden. Der Vorfall ereignete sich am Donnerstagabend in Mechernich. Nur zwei Tage zuvor war an einem deutschen Frachtflughafen ein Gerät mit Sprengstoff gefunden worden.
Die Bundeswehr bestätigte die Drohnensichtung am Samstag. Nach Angaben des Gemeinsamen Streitkräftekommandos wurden die beiden Fluggeräte gegen 22 Uhr über dem Militärgelände beobachtet. Die Sicherheitskräfte auf dem Stützpunkt meldeten die Drohnen. Der Vorfall wurde danach bestätigt.
Militärpolizisten wurden zum Gelände geschickt. Die Polizei im Kreis Euskirchen hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen. Weitere Angaben zu den Drohnen oder ihren Flugbahnen wurden zunächst nicht gemacht.
Der betroffene Standort liegt in Mechernich in Nordrhein-Westfalen. Auf dem Gelände befinden sich militärische Einrichtungen. Der Vorfall wirft neue Fragen zur Sicherheit deutscher Militärstandorte auf.
Die Sichtung kam nur zwei Tage nach einem anderen Vorfall. Am Flughafen Leipzig Halle war kurz vor Mitternacht am Dienstag ein Gerät mit Sprengstoff entdeckt worden. Der Flughafen ist ein wichtiger Standort für internationale Fracht.
Das Gerät konnte entschärft werden. Nach Einschätzung von US-Behörden soll es russischen Ursprungs sein. Die Angaben wurden von mit dem Fall vertrauten Stellen gemacht. Deutsche Behörden haben dazu zunächst keine umfassenden Details veröffentlicht.
Der Flughafen Leipzig Halle hat zudem eine wichtige Rolle für die Versorgung von NATO-Kräften. Dort ist das Programm Strategic Airlift International Solution, kurz SALIS, tätig. Es unterstützt den Transport von Ausrüstung für NATO-Einheiten an der Ostflanke.
Die jüngsten Drohnenfälle kommen in einer Zeit mit wachsender Sorge über die Sicherheit in Europa. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder unbekannte Drohnen über Flughäfen und anderen wichtigen Anlagen gesichtet.
Auch im vergangenen Jahr sorgten Drohnenflüge über Teilen Europas für Unruhe. Mehrere Vorfälle führten zu Einschränkungen im Flugverkehr. In einigen Fällen mussten Flüge gestrichen werden. Tausende Reisende waren davon betroffen.
Sicherheitsbehörden beobachten solche Vorfälle deshalb genau. Drohnen können nahe an geschützte Anlagen gelangen. Sie können Bilder aufnehmen oder andere Aufgaben erfüllen. Bei Geräten mit Sprengstoff besteht zudem ein deutlich größeres Risiko.
US-Geheimdienste warnen zudem vor einer möglichen Zunahme von Aktionen gegen NATO-Staaten. Nach Einschätzung von US-Vertretern könnte Russland unter Präsident Wladimir Putin eher bereit sein, riskante Aktionen auf NATO-Gebiet zu genehmigen.
Westliche Staaten werfen Russland und mit ihm verbundenen Gruppen bereits mehrere Vorfälle in Europa vor. Dazu zählen Drohnenflüge, mutmaßliche Sabotage und Angriffe auf digitale Systeme.
Auch Rumänien meldete in diesem Jahr wiederholt Drohnen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Die rumänische Regierung bezeichnete solche Verletzungen des Luftraums als nicht hinnehmbar.
Russland weist Vorwürfe gegen sich zurück. Die russische Botschaft in Deutschland bezeichnete den Vorfall am Flughafen Leipzig Halle am Freitag als Teil einer neuen Welle von Stimmung gegen Russland.
Ob die beiden Drohnen über dem Militärstützpunkt in Mechernich mit dem Fund am Flughafen Leipzig Halle verbunden sind, ist bisher nicht bekannt. Die Ermittlungen der Polizei sollen nun klären, wer die Drohnen steuerte und warum sie über dem militärischen Gelände flogen.
Die deutschen Behörden haben bislang keine Angaben zu möglichen Verdächtigen gemacht. Auch über die Art der Drohnen und ihre genaue Flugroute liegen keine weiteren Informationen vor.
Der Vorfall zeigt erneut, wie wichtig der Schutz von Militäranlagen, Flughäfen und anderen wichtigen Einrichtungen geworden ist. Die Behörden dürften die neuen Drohnensichtungen daher genau prüfen.
