Immer mehr Rentnerinnen und Rentner in Deutschland gehen auch nach dem Eintritt in den Ruhestand einer Arbeit nach. Neue Daten zeigen, dass der Anteil der Erwerbstätigen unter den jüngeren Ruheständlern im vergangenen Jahr erneut gestiegen ist.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes arbeitete im Jahr 2025 jede siebte Person im Alter zwischen 65 und 74 Jahren neben dem Bezug einer Altersrente. Das entspricht einem Anteil von 14 Prozent. Im Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 13 Prozent.
Die Zahlen stammen aus dem Mikrozensus und zeigen, dass viele Menschen auch nach dem regulären Renteneintritt weiterhin beruflich aktiv bleiben. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Neben finanziellen Aspekten spielen oft persönliche und soziale Motive eine wichtige Rolle.
Ein bedeutender Teil der arbeitenden Rentnerinnen und Rentner ist selbstständig tätig. Rund 27 Prozent der Erwerbstätigen in dieser Altersgruppe gaben an, auf selbstständiger Basis zu arbeiten. Damit stellt die Selbstständigkeit einen wichtigen Bereich der Beschäftigung im Ruhestand dar.
Unter den abhängig Beschäftigten dominieren dagegen geringfügige Tätigkeiten. Etwa 65 Prozent dieser Gruppe arbeiteten in einem Minijob oder einer vergleichbaren Beschäftigungsform. Dabei lag die Arbeitszeit bei höchstens 70 Arbeitstagen pro Jahr. Das monatliche Einkommen betrug nach den damals geltenden Regeln maximal 556 Euro.
Die Daten zeigen zudem deutliche Unterschiede bei der Arbeitszeit. Selbstständige arbeiten häufig länger als abhängig Beschäftigte. Rund 28 Prozent der selbstständigen Rentnerinnen und Rentner gaben an, mehr als 40 Stunden pro Woche zu arbeiten. Bei den abhängig Beschäftigten lag dieser Anteil lediglich bei 8 Prozent.
Besonders hoch ist die Erwerbstätigkeit direkt nach dem Renteneintritt. Menschen im Alter von 65 und 66 Jahren sind deutlich häufiger beruflich aktiv als ältere Rentnerinnen und Rentner. In dieser Altersgruppe hatten noch 19 Prozent einen Job neben ihrer Altersrente.
Mit zunehmendem Alter sinkt dieser Anteil jedoch spürbar. Bei den 73- und 74-Jährigen lag der Wert nur noch bei 8 Prozent. Die Zahlen deuten darauf hin, dass viele Menschen in den ersten Jahren nach dem Renteneintritt weiterhin arbeiten, ihre Erwerbstätigkeit später jedoch reduzieren oder ganz beenden.
Auch das Bildungsniveau hat Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer Beschäftigung im Ruhestand. Menschen mit einem hohen Bildungsabschluss arbeiten häufiger nach dem Renteneintritt weiter. In dieser Gruppe waren 18 Prozent erwerbstätig.
Bei Personen mit mittlerem Bildungsniveau lag der Anteil bei 12 Prozent. Menschen mit einem niedrigen Bildungsniveau erreichten einen Wert von 10 Prozent. Experten sehen darin unter anderem Unterschiede bei den beruflichen Möglichkeiten und Arbeitsbedingungen.
Eine frühere Befragung aus dem Jahr 2023 liefert weitere Hinweise auf die Motive der arbeitenden Ruheständler. Damals nannten 33 Prozent finanzielle Gründe als wichtigen Faktor für ihre Erwerbstätigkeit. Viele Befragte erklärten jedoch auch, dass ihnen die Arbeit Freude bereite.
Darüber hinaus spielt der soziale Kontakt eine wichtige Rolle. Zahlreiche Rentnerinnen und Rentner möchten weiterhin Teil des gesellschaftlichen Lebens bleiben. Der Arbeitsplatz bietet ihnen die Möglichkeit, Kontakte zu pflegen und aktiv zu bleiben.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Erwerbstätige Rentner Deutschland zunehmend prägen. Viele ältere Menschen entscheiden sich bewusst dafür, auch nach dem Renteneintritt beruflich aktiv zu bleiben. Während finanzielle Gründe für einige eine Rolle spielen, stehen für viele andere persönliche Zufriedenheit, soziale Teilhabe und der Wunsch nach einer sinnvollen Beschäftigung im Mittelpunkt.
Mit dem demografischen Wandel und einer älter werdenden Bevölkerung könnte die Zahl der Erwerbstätigen im Rentenalter auch in den kommenden Jahren weiter steigen. Die Entwicklung zeigt, dass der Übergang zwischen Berufsleben und Ruhestand für viele Menschen heute flexibler verläuft als noch vor einigen Jahren.
