Die Lufthansa hat im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang gemeldet. Hohe Treibstoffkosten und ein mehrtägiger Streik belasteten das Ergebnis des Luftfahrtkonzerns. Das operative Ergebnis lag von April bis Juni bei 383 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von fast 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Trotz des Gewinnrückgangs konnte die Lufthansa ihren Umsatz steigern. Die Erlöse stiegen im zweiten Quartal um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Die starke Nachfrage nach Flugreisen sorgte für höhere Einnahmen. Dennoch reichte das Umsatzwachstum nicht aus, um die stark gestiegenen Kosten auszugleichen.
Nach Angaben des Unternehmens waren geopolitische Unsicherheiten und hohe Kerosinpreise die größten Belastungsfaktoren. Die Treibstoffkosten lagen rund 750 Millionen Euro über dem Wert des Vorjahres. Damit wurde ein großer Teil der zusätzlichen Einnahmen wieder aufgezehrt.
Auch Arbeitskämpfe wirkten sich negativ auf das Ergebnis aus. Die sechs Streiktage der Cockpit-Beschäftigten im April verursachten nach Unternehmensangaben Belastungen von rund 150 Millionen Euro. Flugausfälle und Änderungen im Flugplan führten zu zusätzlichen Kosten.
Unter dem Strich erzielte die Lufthansa einen Nettogewinn von 123 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet dies einen Rückgang von 88 Prozent. Zusätzlich belasteten Bewertungs- und Steuereffekte das Endergebnis.
Die Lufthansa passte ihre Erwartungen für das Gesamtjahr an. Der Konzern rechnet nun mit einem operativen Gewinn zwischen 1,7 Milliarden und 2,2 Milliarden Euro. Zuvor hatte das Management gehofft, den Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro deutlich zu übertreffen.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sieht das Unternehmen auch positive Entwicklungen. Die Nachfrage nach Flugreisen bleibt weltweit hoch. Besonders stark zeigt sich die Nachfrage im Premium-Segment. Viele Reisende buchen hochwertige Sitzplätze und zusätzliche Dienstleistungen.
Auch die Verbindungen nach Asien entwickeln sich positiv. Die Lufthansa profitiert von einer anhaltend hohen Nachfrage auf diesen Strecken. Nach Angaben des Unternehmens zeigen Investitionen in neue Premium-Angebote und moderne Sitzplätze erste Erfolge.
Neben dem Passagiergeschäft entwickelten sich weitere Geschäftsbereiche positiv. Die Luftfracht und die Flugzeugwartung steigerten ihren Betriebsgewinn. Lufthansa Cargo profitierte von höheren Frachtraten und zusätzlichen Kapazitäten.
Ein weiterer Faktor war die Einbindung der italienischen Tochtergesellschaft ITA Airways. Dadurch standen mehr Transportkapazitäten für das Frachtgeschäft zur Verfügung. Dies unterstützte die Entwicklung im Logistikbereich.
Die Flugzeugwartung trug ebenfalls zu besseren Ergebnissen bei. Die Nachfrage nach technischen Dienstleistungen blieb hoch. Viele Fluggesellschaften investieren weiterhin in die Wartung und Modernisierung ihrer Flotten.
Die Lufthansa steht mit ihren Herausforderungen nicht allein. Die gesamte Luftfahrtbranche kämpft derzeit mit steigenden Treibstoffkosten und geopolitischen Risiken. Die Entwicklungen im Nahen Osten und die Unsicherheit auf wichtigen Handels- und Transportwegen wirken sich auf die Kosten vieler Fluggesellschaften aus.
Trotz des schwierigen Umfelds erwartet die Lufthansa weiterhin eine stabile Nachfrage. Das Unternehmen will sich auf Effizienz, Kostenkontrolle und hochwertige Angebote konzentrieren. Damit soll die Ertragslage in den kommenden Monaten verbessert und das Gewinnziel für das Gesamtjahr erreicht werden.
