US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben eine neue Welle geplanter Angriffe auf den Iran vorerst gestoppt. Grund dafür seien Fortschritte bei den Bemühungen um eine diplomatische Einigung. Trump erklärte in der Nacht auf seiner Plattform Truth Social, dass die Aussetzung der Angriffe davon abhänge, dass eine schnelle Vereinbarung erreicht werde.
Trump schrieb, das US-Militär sei vollständig auf einen großen Angriff vorbereitet gewesen. Gleichzeitig habe es jedoch Signale gegeben, die auf eine mögliche Einigung hindeuten. Mehrere Staaten in der Region hätten darum gebeten, auf weitere militärische Schritte zu verzichten. Deshalb habe er entschieden, die geplanten Angriffe zunächst auszusetzen.
Nach Angaben des US-Präsidenten gehören zu den möglichen Eckpunkten einer Vereinbarung die vollständige Öffnung der Straße von Hormus sowie ein Ende der von den USA und ihren Verbündeten befürchteten nuklearen Bedrohung durch den Iran. Trump erklärte zudem, dass auch Israel vorerst keine neuen Angriffe gegen den Iran durchführen werde.
Weitere Einzelheiten zu dem angeblichen diplomatischen Fortschritt nannte Trump zunächst nicht. Weder der Iran noch andere an den Gesprächen beteiligte Staaten äußerten sich unmittelbar zu seinen Aussagen.
Die Straße von Hormus bleibt ein zentraler Streitpunkt im Konflikt. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl- und Gasexporte aus der Golfregion. Bereits ein im Juni unterzeichnetes Rahmenabkommen sollte die Schifffahrt in dem Gebiet erleichtern. Eine vollständige Öffnung wurde jedoch nie erreicht. Nach einer kurzen Erholung des Schiffsverkehrs führten neue Angriffe in der Region erneut zu erheblichen Einschränkungen.
Die anhaltenden Spannungen haben Auswirkungen auf die weltweiten Energiepreise. Höhere Kosten für Öl und Gas belasten Verbraucher und Unternehmen in vielen Ländern. Auch in den USA spielt die Entwicklung eine wichtige politische Rolle, da steigende Kraftstoffpreise vor den anstehenden Kongresswahlen ein sensibles Thema sind.
Gleichzeitig setzt Washington den wirtschaftlichen Druck auf Teheran fort. Die USA haben Maßnahmen erneuert, die Irans Ölexporte einschränken sollen. Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft gelten als wichtigste Finanzquelle der iranischen Führung.
Ein weiterer zentraler Streitpunkt bleibt das iranische Atomprogramm. Das Rahmenabkommen vom Juni sah zusätzliche Gespräche zu diesem Thema vor. Die USA, Israel und mehrere weitere Staaten werfen dem Iran vor, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Als Beleg nennen sie das Programm zur Urananreicherung.
Die iranische Regierung weist diese Vorwürfe zurück. Teheran betont, dass die Nutzung der Kernenergie ausschließlich friedlichen und zivilen Zwecken dienen solle. Fachleute gehen davon aus, dass bei diesem Thema kurzfristig keine einfache Lösung zu erwarten ist.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran dauert inzwischen bereits sechs Monate an. Zu Beginn hatte Trump erklärt, die Auseinandersetzung werde nur wenige Wochen dauern. Eine dauerhafte Lösung wurde bislang jedoch nicht erreicht.
Noch am Freitag hatte Trump angekündigt, den Iran sehr hart angreifen zu wollen. Mehrere US-Medien berichteten daraufhin über einen möglichen Großangriff auf iranische Ziele, darunter auch Einrichtungen der Energieinfrastruktur.
Der Iran reagierte mit deutlichen Warnungen. Teheran erklärte, dass neue Angriffe Gegenmaßnahmen gegen wichtige Infrastruktur in Israel und den Staaten am Persischen Golf auslösen könnten. Seit Beginn des Konflikts kam es wiederholt zu Vergeltungsaktionen in der Region.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnte am Samstag vor einer weiteren militärischen Eskalation. Nach einem Gespräch mit dem saudi-arabischen Außenminister Faisal bin Farhan erklärte er, die iranischen Streitkräfte würden auf jede Form von Aggression entschlossen reagieren. Zudem machte er deutlich, dass die USA, Israel und mögliche beteiligte Staaten für die Folgen neuer Angriffe verantwortlich wären.
Berichten zufolge sprach auch der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman mit Trump. Dabei soll er seine Sorge über eine mögliche Ausweitung des Konflikts geäußert und zu einer Deeskalation aufgerufen haben. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass trotz anhaltender Spannungen weiterhin diplomatische Bemühungen laufen. Ob daraus tatsächlich eine Einigung entsteht, bleibt jedoch offen.
