Die Zahl der registrierten Schleusungsfälle in Deutschland ist im Jahr 2025 deutlich gesunken. Das geht aus einem neuen Lagebild des Bundeskriminalamts und der Bundespolizei hervor. Die Behörden meldeten insgesamt 4.622 Schleusungen. Das entspricht einem Rückgang von 41,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Auch schwere Schleusungsdelikte gingen deutlich zurück. Die Behörden registrierten 147 besonders schwere Fälle. Dazu zählen auch Vorfälle mit tödlichem Ausgang. Die Zahl dieser Fälle lag 57,6 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.
Schleuserkriminalität umfasst die illegale Beförderung von Menschen nach Deutschland ohne gültiges Visum oder Aufenthaltsrecht. Nach Angaben der Behörden wird jede geschleuste Person als eigener Fall gezählt. Insgesamt wurden somit 4.622 geschleuste Personen entdeckt.
Von diesen Fällen erfasste die Bundespolizei 4.190 Personen an den deutschen Außengrenzen. Die übrigen Fälle wurden von anderen Behörden festgestellt. Die häufigsten Nationalitäten unter den registrierten Personen waren Afghanen, Syrer, Türken, Somalier und Ukrainer.
Die Schwerpunkte der Schleuserkriminalität lagen weiterhin an den Grenzen zu Polen und Österreich. Dort stellten die Behörden jedoch einen deutlichen Rückgang fest. Gleichzeitig verlagerte sich ein Teil der Aktivitäten an die westlichen Grenzen Deutschlands.
Auch die Zahl der Tatverdächtigen sank. Im Jahr 2025 registrierten die Behörden 3.088 Verdächtige. Das waren 23,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die meisten Verdächtigen waren junge Männer. Zu den häufigsten Nationalitäten der registrierten Tatverdächtigen gehörten Syrer, Deutsche und Türken.
Der Rückgang der Schleuserkriminalität fiel mit einer deutlich geringeren Zahl unerlaubter Einreisen zusammen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 187.220 Fälle von unerlaubter Einreise oder unerlaubtem Aufenthalt. Im Jahr zuvor waren es noch 267.497 Fälle. Damit sank die Zahl um rund 30 Prozent.
Die wichtigsten Herkunftsländer der betroffenen Personen waren die Türkei, Syrien und Afghanistan. Die Behörden sehen einen Zusammenhang zwischen dem Rückgang der illegalen Migration und den verstärkten Kontrollmaßnahmen. Dazu gehören intensivere Grenzkontrollen sowie ein stärkeres Vorgehen gegen Schleusernetzwerke.
Nicht nur in Deutschland, sondern auch europaweit gingen die Zahlen zurück. Laut dem Lagebild wurden 2025 insgesamt 180.139 unerlaubte Grenzübertritte an den Außengrenzen Europas registriert. Das entspricht einem Rückgang von etwa einem Viertel gegenüber dem Vorjahr.
Besonders stark sanken die Zahlen auf den Routen über den Atlantik und das westliche Mittelmeer. Dort lag das Minus bei rund 42 Prozent. Auch die Balkanroute verzeichnete einen deutlichen Rückgang. Hier gingen die unerlaubten Grenzübertritte um 41,8 Prozent zurück.
Trotz dieser Entwicklung bleibt Deutschland eines der wichtigsten Zielländer für Migranten in Europa. Das geht ebenfalls aus dem aktuellen Lagebild hervor. Experten beobachten die Entwicklung weiterhin genau, da sich Migrationsrouten und Schleusungsmethoden schnell verändern können.
Die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt verweisen auf die Auswirkungen der verstärkten Grenzkontrollen. Durch die vorübergehende Wiedereinführung von Binnengrenzkontrollen stieg die Kontrollintensität an vielen Grenzabschnitten.
Gleichzeitig registrierten die Behörden deutlich weniger unerlaubt eingereiste oder geschleuste Personen als im Vorjahr. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden spiegelt diese Entwicklung die aktuelle Lage an den europäischen Außengrenzen wider.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sowohl die Schleuserkriminalität als auch die illegale Migration im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen sind. Die Behörden wollen die Entwicklung weiter beobachten und ihre Maßnahmen gegen kriminelle Schleusernetzwerke fortsetzen. Ziel bleibt es, illegale Einreisen zu reduzieren und die Sicherheit an den Grenzen weiter zu stärken.
