Der geplante Stellenabbau bei Bosch sorgt für neue Forderungen an die EU. Arbeitnehmervertreter des Autozulieferers verlangen politische Maßnahmen zum Schutz von Jobs in Europa.
Sie fordern vor allem klare Regeln für die Produktion in der Europäischen Union. Damit soll verhindert werden, dass weitere Arbeitsplätze in der Autoindustrie verloren gehen.
Frank Sell, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats im Bereich Mobility von Bosch, sprach sich am Mittwoch für neue Vorgaben aus. Der Bereich beschäftigt in Deutschland rund 70.000 Menschen.
„Die Transformation unserer Industrie gelingt nur, wenn wir Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Europa halten“, sagte Sell. Nach seiner Ansicht braucht die Branche ausreichend Zeit, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
Sell fordert deshalb klare „Made in EU“-Regeln. Solche Vorgaben könnten nach seiner Ansicht dazu beitragen, die Produktion in Europa zu sichern. Unternehmen sollen damit Zeit für den Wandel erhalten.
Der Hintergrund ist ein großer Umbau in der europäischen Autoindustrie. Bosch plant, bis zum Ende des Jahrzehnts rund 13.000 Stellen in seinem wichtigen Autogeschäft abzubauen.
Der Zulieferer ist damit Teil einer größeren Entwicklung. Viele Unternehmen der Branche stehen unter Druck. Auch große deutsche Autobauer müssen ihre Kosten senken und ihre Produktion an neue Marktbedingungen anpassen.
Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz kämpfen dabei mit mehreren Problemen. Dazu gehören die Konkurrenz aus China, neue Zölle und hohe Produktionskosten.
Vor allem chinesische Autohersteller gewinnen in Europa an Bedeutung. Unternehmen wie BYD und Chery bauen ihre Aktivitäten auf dem europäischen Markt aus. Gleichzeitig wächst der Druck auf europäische Hersteller, bei Preisen und Kosten wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Entwicklung betrifft auch die Zulieferer. Unternehmen wie Bosch liefern wichtige Teile und Technik für Fahrzeuge. Wenn Autobauer weniger Fahrzeuge produzieren oder ihre Kosten senken, kann dies direkte Folgen für die Zulieferindustrie haben.
Die Arbeitnehmervertretung bei Bosch sieht deshalb auch die Politik in der Pflicht. Nach ihrer Ansicht reicht es nicht aus, den Wandel allein den Unternehmen zu überlassen.
Sell fordert Regeln, die eine stärkere Produktion innerhalb der EU fördern. Dazu gehören aus seiner Sicht klare Vorgaben für Waren, die auf dem europäischen Markt verkauft werden.
Die Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Kommission ihre Handelspolitik gegenüber chinesischen Autoherstellern prüft. Die EU sucht nach Möglichkeiten, die europäische Industrie vor besonders günstig produzierten Fahrzeugen aus China zu schützen.
Chinesische Hersteller sehen Europa zunehmend als wichtigen Wachstumsmarkt. Ihr Heimatmarkt wächst weniger stark. Deshalb richten sie ihren Blick stärker auf andere Regionen.
Für europäische Hersteller entsteht dadurch ein neuer Wettbewerbsdruck. Sie müssen zugleich in neue Technologien investieren. Dazu zählen Elektroautos, Batterien, Software und Systeme für vernetzte Fahrzeuge.
Dieser Wandel kostet viel Geld. Zugleich fallen in traditionellen Bereichen der Autoindustrie Arbeitsplätze weg. Für Beschäftigte und Gewerkschaften stellt sich daher die Frage, wie der Übergang gestaltet werden kann.
Bei Bosch ist der Stellenabbau bereits Teil eines langfristigen Plans. Der Konzern will sein Autogeschäft an die veränderte Nachfrage und die neuen technischen Anforderungen anpassen.
Die Arbeitnehmervertreter wollen verhindern, dass der Wandel zu einem weiteren Verlust von Arbeitsplätzen in Europa führt. Sie setzen dabei auf politische Unterstützung durch die EU.
Die Forderung nach „Made in EU“-Regeln zielt auf eine stärkere Verankerung der Wertschöpfung in Europa. Unternehmen sollen nach diesem Ansatz stärker dazu bewegt werden, Produktion und Arbeitsplätze innerhalb der EU zu halten.
Für die europäische Autoindustrie bleibt die Lage schwierig. Die Unternehmen müssen gleichzeitig Kosten senken, neue Technik entwickeln und sich gegen internationale Wettbewerber behaupten.
Besonders deutsche Zulieferer stehen vor einer großen Aufgabe. Sie sind eng mit den europäischen Autobauern verbunden. Veränderungen bei den Herstellern wirken sich deshalb schnell auf ihre Geschäfte aus.
Die Debatte über die Zukunft der Branche dürfte daher weitergehen. Arbeitnehmervertreter verlangen klare politische Regeln. Die EU prüft derweil Maßnahmen für den Schutz der heimischen Industrie.
Eine zentrale Frage bleibt, wie Europa seine Autoindustrie wettbewerbsfähig halten kann. Dabei geht es nicht nur um Fahrzeuge. Es geht auch um Produktionsstandorte, Investitionen und viele Arbeitsplätze.
Der Fall Bosch zeigt, wie stark der Wandel bereits in der Branche angekommen ist. Für die Beschäftigten geht es nun darum, ob neue Regeln den Umbau der Industrie begleiten und zugleich Arbeitsplätze in Europa sichern können.
