Die Vergütungen der Dax-Topmanager haben im vergangenen Jahr einen erheblichen Sprung nach oben gemacht. Laut Berechnungen des Handelsblatt Research Institute (HRI) beliefen sich die Gehälter der Vorstandsvorsitzenden der Dax-Konzerne auf beeindruckende 261,3 Millionen Euro. Das entspricht einem kräftigen Plus von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und setzt einen Trend fort, der bereits 2024 mit zehn Prozent und 2023 mit zwei Prozent Anstieg zu beobachten war. Im Durchschnitt verdiente jeder Dax-Chef zuletzt rund 6,9 Millionen Euro.
Das bemerkenswerte Gehaltsplus resultierte hauptsächlich aus Sonderzahlungen wie Abfindungen sowie einer zunehmenden Ausrichtung der Vergütung an der Entwicklung des jeweiligen Aktienkurses. Diese Entwicklung wird von Kritikern jedoch scharf moniert. Sie bemängeln die stetig steigenden Spitzengehälter und das zunehmende Ungleichgewicht zwischen den Verdiensten der Konzernchefs und denen der restlichen Belegschaft. Beobachter sprechen bereits von einer „Amerikanisierung“ der Lohnverhältnisse.
An der Spitze der Topverdiener stand erneut SAP-Chef Christian Klein, der im vergangenen Jahr 16,24 Millionen Euro erhielt. Dies war zwar weniger als die etwa 19 Millionen Euro im Vorjahr, reichte aber erneut für den Spitzenplatz. Ihm folgten Christian Sewing von der Deutschen Bank mit 15,7 Millionen Euro, Roland Busch von Siemens mit 12,3 Millionen Euro sowie Oliver Bäte von der Allianz und Tim Höttges von der Deutschen Telekom, die jeweils 11,6 Millionen Euro verdienten. Insgesamt konnten sieben Topmanager eine Vergütung von über zehn Millionen Euro verbuchen.
Ein bemerkenswerter Aufsteiger des Jahres war Rheinmetall-Chef Armin Papperger, dessen Einkommen dank des Rüstungsbooms auf über zehn Millionen Euro kletterte – zweieinhalbmal so viel wie im Vorjahr, was ihn auf Platz sechs katapultierte. Die HRI-Studie, die diese Zahlen zutage fördert, basiert auf den Vergütungsberichten von 38 der 40 Dax-Konzerne. Der Flugzeugbauer Airbus und der Diagnostikkonzern Qiagen wurden nicht berücksichtigt, da ihr aktienrechtlicher Sitz nicht in Deutschland liegt.
