Deutsche Piloten bereiten sich in den USA auf den Einsatz des F-35-Kampfjets vor. Das Training findet auf der Luke Air Force Base in Fort Smith statt. Dort lernen Soldaten aus mehreren Ländern, wie sie den modernen Jet fliegen und seine Waffensysteme einsetzen.
Das Programm gehört zu den internationalen Foreign Military Sales. Es bringt Piloten aus verschiedenen Luftstreitkräften zusammen. Sie lernen dabei nicht nur den F-35 kennen. Sie üben auch gemeinsame Verfahren und Einsätze.
Für Deutschland ist das Programm besonders wichtig. Die F-35 ist für die Bundeswehr eine neue Fähigkeit. Die USA nutzen das Flugzeug dagegen schon seit Jahren. Deutsche Piloten können deshalb direkt von der Erfahrung amerikanischer Besatzungen profitieren.
Oberst Michael Maltzahn von der deutschen Botschaft erklärte, dass die US-Luftwaffe weltweit wichtige Standards setzt. Dazu gehört auch die Ausbildung für den F-35. Deutsche Soldaten würden von Piloten lernen, die das System bereits im täglichen Einsatz kennen.
Der Austausch soll auch die Zusammenarbeit zwischen den NATO-Staaten verbessern. Deutschland will seine neuen F-35 nicht isoliert einsetzen. Die Maschinen müssen mit Flugzeugen, Waffen und Planungen anderer Partner zusammenarbeiten können.
Maltzahn betonte deshalb die Bedeutung der gemeinsamen Ausbildung. Die NATO-Staaten sollen ähnliche Taktiken nutzen. Sie sollen dieselben Planungsprozesse verstehen und bei gemeinsamen Missionen schnell zusammenarbeiten können.
Neben deutschen Piloten befinden sich bereits Soldaten aus Polen und Finnland auf dem Stützpunkt. In den kommenden fünf Jahren sollen sechs deutsche Piloten dauerhaft in Fort Smith stationiert sein. Sie werden dort auch als Ausbilder für andere Piloten arbeiten.
Für die deutschen Soldaten bedeutet das einen längeren Aufenthalt in den USA. Oberstleutnant Stefan Koellner lebt bereits mit seiner Familie in Fort Smith. Er kam im April in die Stadt und arbeitet dort als deutscher Koordinator für das F-35-Programm.
Koellner lobte die Aufnahme durch die örtliche Bevölkerung. Die Gemeinde habe die deutsche Familie freundlich empfangen. Auch die Stadt selbst biete viele Möglichkeiten für Freizeit und Familie.
Für Deutschland geht es bei dem Aufenthalt aber vor allem um militärische Erfahrung. In den kommenden fünf Jahren sollen insgesamt rund 70 deutsche Piloten für die F-35 ausgebildet werden.
Das Wissen soll später nach Deutschland zurückkehren. Die ausgebildeten Piloten sollen ihre Erfahrungen an weitere Soldaten weitergeben. Das gilt auch für die technische Ausbildung.
Koellner sieht darin einen wichtigen Vorteil des Programms. Deutschland könne Erfahrungen aus den USA sammeln und diese später für die eigene Ausbildung nutzen. Dadurch sollen Piloten und Techniker besser auf den Betrieb der F-35 vorbereitet werden.
Die ersten deutschen Piloten sollen im Dezember eintreffen. Bis dahin werden die F-35-Maschinen für ihre Ausbildung vorbereitet. Der Aufbau des Programms läuft damit bereits, bevor die erste große Gruppe deutscher Piloten vor Ort beginnt.
Die Zusammenarbeit soll zudem weiter wachsen. Nach den deutschen Teilnehmern ist bereits die nächste internationale Gruppe geplant. Piloten aus Singapur sollen voraussichtlich 2027 nach Fort Smith kommen.
Damit entwickelt sich der US-Stützpunkt zu einem wichtigen Ausbildungsort für verschiedene F-35-Nutzer. Die gemeinsame Ausbildung soll dafür sorgen, dass die beteiligten Luftstreitkräfte später besser zusammenarbeiten können.
Für Deutschland ist das besonders relevant. Berlin will seine Luftwaffe mit der F-35 modernisieren. Der Kampfjet soll künftig eine wichtige Rolle bei der Verteidigung Deutschlands und bei gemeinsamen NATO-Einsätzen übernehmen.
Die Ausbildung in den USA ist deshalb ein zentraler Teil des deutschen F-35-Projekts. Die Piloten lernen nicht nur den Umgang mit dem Flugzeug. Sie sammeln auch Erfahrungen mit den Abläufen, Taktiken und technischen Systemen, die für den späteren Betrieb in Deutschland wichtig sind.
Die ersten Schritte sind bereits gemacht. Nun soll die Ausbildung in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Deutschland will damit sicherstellen, dass seine neuen F-35-Piloten gut vorbereitet in ihre künftige Aufgabe starten.
