Die deutsche Polizei hat einen 48 Jahre alten Mann festgenommen. Er steht im Verdacht, mehrere Sabotageakte gegen das Stromnetz des Landes geplant und ausgeführt zu haben. Die Festnahme erfolgte nahe Weisweiler im Westen Deutschlands. Der Ort liegt rund 50 Kilometer von Köln entfernt.
Die Behörden teilten mit, dass der Verdächtige nach einer intensiven Fahndung gefasst wurde. Die Suche begann, nachdem Ermittler Schreiben erhalten hatten. In diesen Briefen wurde die Verantwortung für mehrere Angriffe auf Umspannwerke in verschiedenen Bundesländern übernommen.
Nach den geltenden Datenschutzregeln wurde der Mann nur als Daniel V. identifiziert. Die Ermittler gehen davon aus, dass er mit mehreren Vorfällen in Verbindung steht, die in den vergangenen Tagen gemeldet wurden.
Bei der Festnahme fanden Polizeikräfte nach eigenen Angaben Sprengsätze bei dem Verdächtigen. In der Nähe entdeckten die Beamten außerdem ein Zelt. Dort soll der Mann die Nacht verbracht haben. In dem Lager fanden Experten weitere explosive Gegenstände. Spezialisten für Kampfmittel untersuchen diese nun genau.
Am Ort der Festnahme waren auch am Dienstag noch zahlreiche Einsatzkräfte im Einsatz. Sie sammelten Beweise und überprüften die Umgebung. Die Ermittler wollten sicherstellen, dass keine weiteren gefährlichen Vorrichtungen in der Nähe versteckt wurden.
Ein wichtiger Teil der Ermittlungen betrifft einen Vorfall vom 1. September in Brandenburg. Dort wurde ein Umspannwerk nahe dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde angegriffen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden dabei Freileitungen ins Visier genommen. Die Ermittler fanden mehrere selbst gebaute Sprengsätze. Einige dieser Vorrichtungen funktionierten jedoch nicht wie geplant.
Die Staatsanwaltschaft untersucht den Fall wegen des Verdachts auf das Herbeiführen einer Explosion sowie wegen der Störung öffentlicher Versorgungsanlagen. Weitere mögliche Straftatbestände werden derzeit geprüft.
Die Behörden berichteten zudem von ähnlichen Vorfällen in Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Ein Angriff wurde ebenfalls am 1. September gemeldet. Ein weiterer Vorfall folgte am 4. September. Obwohl die Ereignisse viele Gemeinsamkeiten aufweisen, werden die Ermittlungen in den drei Bundesländern derzeit noch getrennt geführt.
Die Fahndung nach dem Verdächtigen lief bereits seit der vergangenen Woche. Auslöser waren Schreiben, in denen die Verantwortung für mehrere Angriffe auf Teile des Stromnetzes übernommen wurde. In diesen Mitteilungen wurde die Ablehnung fossiler Energieträger als mögliches Motiv genannt.
Die Ermittler prüfen nun, ob die Angaben in den Schreiben mit den tatsächlichen Ereignissen übereinstimmen. Dabei wird auch untersucht, ob weitere Personen beteiligt gewesen sein könnten.
Bereits zuvor hatte der Verdächtige die Verantwortung für einen Vorfall in Bergheim nahe Köln übernommen. Bei diesem Ereignis wurden nach Angaben der Behörden fünf Stromerzeugungseinheiten außer Betrieb gesetzt. Ermittler gehen davon aus, dass leitfähiges Material auf Hochspannungsanlagen geschleudert wurde. Dies führte zu erheblichen Störungen im Betrieb der Anlage.
Ein weiterer mutmaßlicher Sabotageversuch wurde in Dormagen entdeckt. Dort bemerkte ein Passant verdächtige Rohre, die mit Kabeln und Zeitschaltgeräten ausgestattet waren. Die Konstruktion war auf ein Umspannwerk gerichtet. Nach dem Hinweis des Zeugen fanden Polizeikräfte zwei Abschussvorrichtungen.
Die Sicherheitsbehörden betrachten die Vorfälle mit großer Sorge. Angriffe auf die Energieversorgung gelten als ernsthafte Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Solche Taten können nicht nur technische Schäden verursachen. Sie können auch die Versorgung von Haushalten und Unternehmen beeinträchtigen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt äußerte sich bereits in der vergangenen Woche zu dem Fall. Er sagte, dass es sich möglicherweise um einen Fall von Klimaextremismus handeln könnte. Gleichzeitig betonte er, dass viele Fragen noch offen seien.
Nach Angaben des Ministers ist derzeit unklar, ob der Verdächtige allein gehandelt hat. Ebenso wird geprüft, ob es mögliche Helfer oder Unterstützer gab. Die Ermittler untersuchen außerdem, ob eine andere Person oder Gruppe hinter den Aktionen stehen könnte.
Die Ermittlungen dauern an. Polizei und Staatsanwaltschaft werten weiterhin Beweise aus. In den kommenden Tagen sollen weitere Erkenntnisse über die Hintergründe und mögliche Beteiligte veröffentlicht werden.
