Friedrich Merz ist zurück. Nach 23 Tagen ohne öffentlichen Auftritt beginnt für den Bundeskanzler wieder der politische Alltag in Berlin. Die kommenden Wochen dürften für seine Regierung besonders wichtig werden.
Seinen ersten Termin nach der Sommerpause hatte Merz am Samstag in Hürtgenwald in der Eifel. Dort war in den vergangenen Tagen ein großer Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer wurde am Donnerstag gelöscht.
Merz besuchte das betroffene Gebiet, um den Einsatzkräften zu danken. Er lobte die Zusammenarbeit von Feuerwehr, Helfern und ehrenamtlichen Kräften. Ohne dieses gemeinsame Vorgehen wäre der Brand wohl nicht so glimpflich ausgegangen, sagte der Kanzler.
Während seiner Sommerpause hatte sich Merz weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Das war ungewöhnlich für einen Kanzler, der sonst fast täglich Termine wahrnimmt. In dieser Zeit gab es in Deutschland mehrere schwierige Ereignisse.
Dazu gehörten eine starke Hitzewelle und mehrere Waldbrände. Auch ein Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig sorgte für Aufmerksamkeit. Dabei stand der Verdacht im Raum, dass eine fremde Macht hinter dem Vorfall stehen könnte.
Nun beginnt für Merz wieder eine schwierige politische Phase. Eine aktuelle Umfrage zeigt, wie groß die Zweifel an seiner Zukunft sind. 54 Prozent der Befragten glauben nicht, dass Merz bis zur nächsten Bundestagswahl 2029 Kanzler bleiben wird.
Nur 29 Prozent rechnen damit, dass er seine gesamte Amtszeit erfüllt. 17 Prozent machten bei der Umfrage keine Angabe.
Auch innerhalb der CDU muss Merz wieder für Ruhe sorgen. Vor seiner Sommerpause hatte er mehrere Personaländerungen in kurzer Zeit beschlossen oder vorbereitet. Die Entscheidungen sorgten bei Teilen der Partei für Ärger.
Am Montag trifft sich erstmals seit dem Beginn seiner Pause wieder ein wichtiges CDU-Gremium unter seiner Leitung. Das Parteipräsidium soll zeigen, wie stark die Spannungen innerhalb der Partei noch sind.
In den vergangenen Wochen gab es zwar einige ruhigere Stimmen aus der CDU. Doch die Kritik ist nicht vollständig verschwunden. Gordon Schnieder, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und CDU-Landeschef, kritisierte erneut die Kabinettsumbildung.
Nach seiner Ansicht wurden wichtige Fortschritte bei der Rente und der gesetzlichen Krankenversicherung dadurch beschädigt. Die Kritik zeigt, dass die Personalentscheidungen bei einigen CDU-Mitgliedern noch immer für Unmut sorgen.
Zusätzlichen Druck bringen die Landtagswahlen im September. Für die CDU stehen wichtige Wahlen in mehreren ostdeutschen Ländern an. Schlechte Ergebnisse könnten die politische Lage für Merz deutlich verschärfen.
Besonders schwierig könnte die Lage werden, wenn die CDU ihre Position in wichtigen Ländern verliert. Danach könnten neue Gespräche über mögliche Regierungsbündnisse nötig werden. Dabei könnte auch die Frage nach einem Umgang mit der Linken eine Rolle spielen.
Merz dürfte für schwache Wahlergebnisse persönlich verantwortlich gemacht werden. Seine Beliebtheitswerte sind zuletzt gesunken. Auch die CDU liegt in bundesweiten Umfragen nur noch nahe der Marke von 20 Prozent.
Ein weiteres großes Thema ist die geplante Rentenreform. Der Streit darüber könnte für die Regierung zum Problem werden. Mehrere ostdeutsche Ministerpräsidenten lehnen die geplante Änderung bei der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren ab.
Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas halten dagegen an ihrem Reformplan fest. Beide wollen das Paket als Ganzes umsetzen. Der Kanzler hat erklärt, die bereits gefassten Beschlüsse müssten nun schnell umgesetzt werden.
Damit steht Merz vor einem wichtigen Test. Wenn er seine eigenen politischen Partner nicht von der Reform überzeugen kann, könnte der Druck auf seine Regierung weiter wachsen.
Auch die nächste Kabinettsklausur wird deshalb wichtig. Merz will dort zeigen, dass die Regierung trotz der Kritik aus den Ländern an ihrem Kurs festhält.
Für den Kanzler beginnt damit eine entscheidende Phase. Parteikonflikte, Landtagswahlen und die Rentenreform könnten seine politische Zukunft stark beeinflussen. In den kommenden Wochen muss Merz zeigen, ob er seine Regierung zusammenhalten und seine wichtigsten Vorhaben durchsetzen kann.
