Israel und der Libanon haben ein neues Rahmenabkommen unterzeichnet. Die Vereinbarung soll den Konflikt zwischen beiden Ländern entschärfen und den Weg für einen dauerhaften Frieden ebnen. Vermittelt wurden die Gespräche von den Vereinigten Staaten. Das Abkommen wurde nach mehreren Tagen intensiver Verhandlungen in Washington bekannt gegeben.
US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Vereinbarung als einen ersten wichtigen Schritt. Er sagte, Israel und der Libanon hätten eine friedliche Zukunft verdient. Nun müsse das Abkommen in den kommenden Monaten mit konkreten Maßnahmen umgesetzt werden.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu begrüßte die Einigung. Er erklärte, das Abkommen stärke die Sicherheit Israels und sei zugleich ein Rückschlag für den Einfluss des Iran in der Region. Israel werde weiterhin an seiner Sicherheitszone im Südlibanon festhalten, solange dies für den Schutz der Bevölkerung notwendig sei.
An den Verhandlungen nahmen Vertreter der israelischen und der libanesischen Regierung teil. Die Hisbollah war nicht beteiligt. Die libanesische Regierung betonte, dass sie eine politische Lösung anstrebe und die staatliche Kontrolle im Süden des Landes stärken wolle.
Nach Angaben israelischer Regierungsvertreter sieht das Abkommen zwei Pilotprojekte vor. Dabei sollen die libanesischen Streitkräfte schrittweise die Kontrolle über bestimmte Gebiete übernehmen. Das US-Militär soll überprüfen, ob diese Regionen künftig nicht mehr für militärische Aktivitäten der Hisbollah genutzt werden.
Die Vereinigten Staaten kündigten außerdem humanitäre Hilfe in Höhe von 100 Millionen US-Dollar an. Die Mittel sollen gemeinsam mit der Vereinte Nationen eingesetzt werden. Gleichzeitig wollen die USA den Aufbau leistungsfähiger libanesischer Streitkräfte unterstützen.
Die Hisbollah lehnte das Rahmenabkommen jedoch sofort ab. Vertreter der Organisation erklärten, sie fühlten sich an die Vereinbarung nicht gebunden. Zudem kündigten sie an, ihre Waffen nicht abzugeben und sich möglichen Maßnahmen der libanesischen Regierung zu widersetzen.
Die libanesische Botschafterin Nada Hamadeh Moawad bezeichnete das Abkommen als wichtigen Schritt zur Wiederherstellung der Souveränität und territorialen Integrität des Landes. Sie erklärte, dass die Vereinbarung helfen könne, die Kämpfe zu beenden und vertriebenen Menschen die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen.
Libanons Präsident Joseph Aoun dankte US-Präsident Donald Trump für dessen Vermittlungsbemühungen. Er betonte, dass der Libanon weiter daran arbeiten werde, seine staatliche Unabhängigkeit zu stärken und ausländischen Einfluss zu verringern.
Auch Ministerpräsident Nawaf Salam begrüßte die Vereinbarung. Er sagte, das Ziel bleibe der vollständige Abzug israelischer Truppen aus dem libanesischen Staatsgebiet sowie die Wiederherstellung der staatlichen Kontrolle über alle Regionen des Landes.
Seit dem 19. Juni gilt zwischen Israel und der Hisbollah eine Waffenruhe. Nach mehreren gescheiterten Anläufen wurde sie zuletzt von beiden Seiten weitgehend eingehalten. Das neue Rahmenabkommen soll diese Waffenruhe festigen und weitere militärische Eskalationen verhindern.
Trotz der Einigung bestehen weiterhin große Meinungsverschiedenheiten. Israel fordert die vollständige Entwaffnung der Hisbollah, bevor ein endgültiger Truppenabzug erfolgen kann. Die Hisbollah verlangt dagegen einen bedingungslosen Rückzug Israels aus dem Südlibanon.
Die Entwicklungen werden auch im Zusammenhang mit den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran beobachtet. Der Konflikt im Libanon gilt als wichtiger Bestandteil der regionalen Sicherheitslage. Beobachter sehen das neue Abkommen deshalb als wichtigen diplomatischen Fortschritt. Ob daraus ein dauerhafter Frieden entsteht, wird jedoch von der weiteren Umsetzung und der Bereitschaft aller Beteiligten zum Dialog abhängen.
