Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in einem Interview seltene Einblicke in ihr Privatleben gegeben und dabei über Alltag, Gewohnheiten und ihr Leben nach der Politik gesprochen.
Merkel sagte dem Magazin „Focus“, dass ihre Gartenarbeit nicht immer so erfolgreich sei, wie sie es sich wünsche. Manche Pflanzen wachsen gut, andere weniger. Sie erklärte, dass auch die Bodenqualität eine wichtige Rolle spiele.
Die ehemalige Regierungschefin war von 2005 bis 2021 im Amt und hat sich seitdem weitgehend aus der Politik zurückgezogen.
Neben der Gartenarbeit sprach Merkel auch über eine persönliche Schwäche. Sie sagte, dass sie manchmal gerne spät am Abend Bratkartoffeln esse, auch um zehn Uhr nachts.
Das sei eine Angewohnheit, die sie sich eigentlich abgewöhnen würde, erklärte sie mit einem leichten Humor.
Ein weiteres Thema war ihr Leben nach dem Kanzleramt. Merkel sagte, dass sie ihr Handy zwar weiterhin auf dem Nachttisch habe, es aber nicht mehr wegen politischer Notfälle brauche.
Sie betonte, dass sie die nächtlichen Anrufe aus ihrer Amtszeit nicht vermisse. Diese Zeit sei sehr intensiv gewesen, aber sie habe bewusst entschieden, nicht erneut anzutreten.
Merkel sagte, sie empfinde es als Erleichterung, nicht mehr ständig erreichbar sein zu müssen.
Auch über ihre persönlichen Eigenschaften sprach sie offen. Sie sagte, sie gebe Menschen grundsätzlich eine Chance, bevor sie sich ein Urteil bilde.
Als weniger gute Eigenschaft nannte sie Ungeduld, besonders wenn andere sehr lange sprechen.
Ein weiteres bekanntes Merkmal ihrer Amtszeit waren ihre farbigen Blazer. Merkel sagte, dass sie viele dieser Kleidungsstücke inzwischen aussortiert habe.
Ein Teil ihrer Garderobe sei bereits entsorgt worden, ein anderer Teil befinde sich noch in ihrem Kleiderschrank.
Während ihrer Zeit als Kanzlerin habe ihr ihre „robuste Natur“ geholfen, die hohe Belastung des Amts zu bewältigen.
Sie betonte jedoch, dass sie bewusst auf Pausen und Freizeit geachtet habe.
Besonders wichtig seien für sie ruhige Wochenenden gewesen, an denen sie sich zurückziehen konnte.
Sie habe häufig in der Uckermark Zeit verbracht, um Abstand vom politischen Alltag zu gewinnen.
Dort habe sie gelesen und versucht, sich zu erholen und wieder „auf den Boden der Tatsachen“ zu kommen.
Auch regelmäßige Urlaube hätten ihr geholfen, die lange Amtszeit durchzuhalten.
Mit ihren Aussagen zeigt Merkel ein sehr persönliches Bild ihres Lebens nach der Politik – geprägt von Ruhe, Alltag und kleinen Gewohnheiten.
