Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Sonntag die ukrainische Hauptstadt Kiew besucht. Sein Besuch fand in einer Zeit statt, in der Russland seine Angriffe auf ukrainische Städte verstärkt. Während Merz in Kiew eintraf, wurden in der Stadt Luftalarm und Explosionen gemeldet.
Kurz vor seinem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurde eine wichtige Brücke in Kiew durch einen russischen Angriff beschädigt. Die Brücke liegt über dem Fluss Dnipro und gehört zu den wichtigen Verkehrswegen der Hauptstadt.
Der Besuch von Merz war zuvor nicht öffentlich angekündigt worden. Er sollte ein deutliches Zeichen der Unterstützung Deutschlands für die Ukraine setzen. Deutschland gehört seit Beginn des Krieges zu den wichtigsten Partnern des Landes.
In einer Erklärung sagte Merz, dass die Ukraine in den kommenden Wochen jede mögliche Unterstützung brauche. Er betonte, dass der Krieg nicht nur die Ukraine betreffe. Nach seinen Worten müsse Russland gestoppt werden, damit sich die Gefahr nicht weiter ausbreite.
Merz traf Selenskyj an der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Das Gebäude war Ende September Ziel eines russischen Drohnenangriffs geworden. Mit der Wahl des Ortes wollten beide Seiten die Folgen des Krieges sichtbar machen.
Selenskyj schilderte die schwierige Lage der Menschen in Kiew. Er sagte, viele Bürger würden derzeit sehr schwere Tage und Nächte erleben. Ständige Luftangriffe und die Gefahr neuer Attacken würden das tägliche Leben stark belasten.
Zum deutschen Kanzler gehörten bei der Reise auch der Wirtschaftsminister sowie Vertreter großer deutscher Unternehmen. Dazu zählten Firmen aus den Bereichen Energie und Verteidigung. Die Delegation führte Gespräche über den Wiederaufbau der Ukraine und über eine engere Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie.
Deutschland und die Ukraine wollen zudem eine Vereinbarung zur gemeinsamen Herstellung moderner Drohnen und anderer Waffensysteme abschließen. Diese Systeme sollen große Entfernungen erreichen können. Ziel ist es, die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine weiter zu stärken.
Die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern wurde in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut. Bereits im Frühjahr hatten Deutschland und die Ukraine ein Militärabkommen im Wert von mehr als vier Milliarden Dollar unterzeichnet. Nun soll weitere Hilfe folgen.
Nach Angaben aus Regierungskreisen wird ein neues Militärhilfepaket im Umfang von rund 1,1 Milliarden Dollar vorbereitet. Zusätzlich sollen fast 394 Millionen Dollar für die Reparatur von Schäden im ukrainischen Energiesektor bereitgestellt werden. Viele Energieanlagen wurden in den vergangenen Monaten bei Angriffen beschädigt.
Der Besuch von Merz erfolgte einen Tag nach einer russischen Warnung an ausländische Diplomaten und Staatsbürger in Kiew. Russland hatte erklärt, dass sich die Sicherheitslage in der Hauptstadt weiter verschlechtern könne.
Die russische Führung kündigte außerdem eine Intensivierung ihrer Angriffe auf die Ukraine an. Hintergrund sind Aussagen von Präsident Selenskyj, wonach die Ukraine ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien verstärken wolle. Dies geschah nach mehreren Angriffen, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden.
Der Angriff auf die Nordbrücke in Kiew führte nach Angaben der Stadtverwaltung zu weiteren Schäden. Eine Straße wurde beschädigt. Auch die Versorgung mit heißem Wasser wurde in Teilen des Gebiets unterbrochen. Es war bereits die zweite Brücke in der Hauptstadt, die an diesem Wochenende getroffen wurde.
Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine dauert inzwischen im fünften Jahr an. In den vergangenen Monaten haben beide Seiten die Zahl ihrer Drohnen- und Raketenangriffe erhöht. Ziele sind häufig Infrastruktur, Logistikzentren und militärische Einrichtungen.
Für die Menschen in der Ukraine bleibt die Lage schwierig. Viele Regionen stehen weiterhin unter starkem Druck. Trotz der anhaltenden Angriffe betonte die deutsche Regierung erneut ihre Unterstützung für die Ukraine. Der Besuch von Friedrich Merz in Kiew sollte dieses Signal unterstreichen und die enge Partnerschaft zwischen beiden Ländern bekräftigen.
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