Die Ermittlungen nach mehreren verdächtigen Drohnenfunden nahe dem Flughafen Leipzig haben eine neue Phase erreicht. Deutsche Sicherheitsbehörden sollen eine weitere Drohne sowie mutmaßliche Sprengstoffreste entdeckt haben. Die neuen Funde verstärken die Sorge vor einem geplanten Angriff auf einen wichtigen europäischen Logistikstandort.
Nach Informationen aus dem Umfeld der Ermittlungen wurde die dritte Drohne Mitte August in Kabelsketal gefunden. Die Gemeinde liegt direkt westlich des Flughafens Leipzig. Neben der Drohne stellten Spezialisten etwa 50 Gramm eines Stoffes sicher, der nach ersten Analysen Merkmale eines militärischen Sprengstoffs aufweisen könnte.
Der Flughafen Leipzig zählt zu den bedeutendsten Frachtzentren Europas. Zudem wird er für militärische Transportaufgaben genutzt. Deshalb wird jeder sicherheitsrelevante Vorfall in diesem Bereich besonders genau untersucht.
Die Bundesanwaltschaft leitet die Ermittlungen. Offizielle Angaben zu den Ergebnissen wurden bislang nicht veröffentlicht. Die Bundesregierung kündigte jedoch an, bald weitere Informationen vorzulegen. Ziel sei es, die Hintergründe des Vorfalls vollständig aufzuklären.
Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, die Behörden arbeiteten intensiv an dem Fall. Die Verantwortlichen müssten mit Konsequenzen rechnen. Gleichzeitig betonte er, dass die Sicherheitsdienste alle verfügbaren Spuren auswerten.
Der erste Vorfall wurde am 4. August bekannt. Damals entdeckten Einsatzkräfte eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs. Nach bisherigen Erkenntnissen war die Drohne mit einem Sprengsatz ausgestattet.
Ermittler gehen davon aus, dass die Drohne auf den Tragflächen des Flugzeugs landen sollte. Dort befand sich eine große Menge Treibstoff. Der Sprengsatz löste jedoch nicht aus. Dadurch kam es zu keiner Explosion.
Wenig später wurde ein weiterer Zwischenfall gemeldet. Nach Angaben der Ermittler könnte eine zweite Drohne mit einem Frachtflugzeug kollidiert sein. Das Flugzeug musste seinen Landeanflug abbrechen und einen anderen Flughafen ansteuern.
Bei der technischen Untersuchung des Flugzeugs wurden Schäden am Heck festgestellt. Diese Schäden sprechen nach Ansicht der Experten für einen Zusammenstoß mit einem fremden Objekt. Die zweite Drohne konnte bisher nicht gefunden werden.
Die Ermittler vermuten, dass die Drohne nach dem Aufprall in ein Triebwerk geraten sein könnte. Dort wäre sie in kleine Teile zerlegt worden. Diese Möglichkeit erschwert die Suche erheblich.
Besondere Aufmerksamkeit gilt nun der dritten Drohne. Sie wurde auf einem Feld nahe dem Flughafengelände entdeckt. Forensische Experten fanden Rückstände eines Stoffes, der möglicherweise Hexogen enthält. Dieser Stoff gilt als sehr leistungsstarker Sprengstoff.
Auch dieser Sprengsatz explodierte nicht. Dennoch sehen Ermittler darin keinen Grund zur Entwarnung. Interne Bewertungen deuten darauf hin, dass die Täter möglicherweise einen größeren Angriff geplant hatten als zunächst angenommen.
Zusätzlich wurden weitere verdächtige Gegenstände in der Umgebung gefunden. In einem nahe gelegenen Ort entdeckten Ermittler eine Antenne, die an einem Baum befestigt war. Daneben fanden sie elektronische Bauteile, die zur Steuerung von Drohnen genutzt worden sein könnten.
Nahe dieser Fundorte wurden außerdem verbrannte Stellen und beschädigte Metallteile entdeckt. Zeugen hatten dort am Tag des Vorfalls einen lauten Knall gehört. Die Spuren werden derzeit sorgfältig untersucht.
Experten analysieren nun alle sichergestellten Materialien. Dazu gehören elektronische Komponenten, mögliche Steuerungstechnik und chemische Rückstände. Die Ergebnisse sollen helfen, den Ablauf der Ereignisse besser zu verstehen.
Sicherheitsbehörden warnen, dass eine erfolgreiche Explosion schwerwiegende Folgen gehabt hätte. In der Nähe von Flugzeugen und Treibstoffanlagen hätte ein solcher Vorfall erhebliche Schäden verursachen können. Auch Menschen wären möglicherweise in Gefahr geraten.
Die Untersuchungen laufen weiter. Neue Erkenntnisse aus Laboranalysen und technischen Auswertungen werden in den kommenden Wochen erwartet. Bis dahin bleibt der Leipzig Flughafen Drohnenangriff ein zentraler Fall für die deutschen Sicherheitsbehörden und ein wichtiges Thema für die nationale Sicherheit.
