Die Inflation in Deutschland könnte im September deutlich gestiegen sein. Vor allem die hohen Preise für Benzin und Diesel stehen dabei im Fokus. Der Preisdruck kommt zu einer Zeit, in der der Krieg mit Iran die Sorge um die Ölversorgung verstärkt hat.
Im August lag die jährliche Inflationsrate in Deutschland bei 2,9 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Im September könnte die Rate nun erstmals seit Ende 2023 wieder über die Marke von drei Prozent steigen.
Zuletzt war die Inflation im Dezember 2023 stärker gestiegen. Damals lag die Rate bei 3,7 Prozent. Die neuen September-Daten sollten am Mittwoch veröffentlicht werden.
Ein wichtiger Grund für den neuen Preisdruck sind die Energiepreise. Der Krieg mit Iran hat die Lage auf den Märkten für Öl und Treibstoffe verschärft. Auch die Kämpfe im Jemen sorgen für neue Risiken.
Besonders wichtig ist dabei die Straße von Bab al-Mandab. Sie ist eine wichtige Route für den Transport von Waren und Energie. Neue Angriffe in der Region können Lieferungen erschweren und die Kosten für Transporte erhöhen.
Der Preis für Brent-Öl stieg zeitweise deutlich über 100 US-Dollar je Barrel. Auch an deutschen Tankstellen wurden neue Rekordwerte erreicht. Benzin und Diesel wurden dadurch für viele Haushalte deutlich teurer.
Hohe Spritpreise wirken sich jedoch nicht nur auf Autofahrer aus. Diesel ist für viele Bereiche der Wirtschaft wichtig. Lastwagen transportieren Lebensmittel, Rohstoffe und andere Waren. Auch Bau- und Landwirtschaft nutzen dieselbetriebene Maschinen.
Wenn Diesel teurer wird, steigen daher oft auch die Kosten für Unternehmen. Diese Kosten können später an Kunden weitergegeben werden. So kann ein Anstieg der Energiepreise auch die Preise anderer Waren erhöhen.
Experten beobachten deshalb die Entwicklung der Kraftstoffpreise genau. Ein längerer Anstieg könnte den allgemeinen Preisdruck verstärken. Besonders problematisch wäre dies, wenn hohe Energiepreise über längere Zeit bestehen bleiben.
Die Bundesregierung plant zugleich eine Entlastung für Autofahrer. Ab dem 1. Oktober soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel bis zum Jahresende sinken. Die Entlastung beträgt rund 17 Cent je Liter.
Die Maßnahme soll nicht nur die Kosten an der Tankstelle senken. Sie könnte auch den Anstieg der Verbraucherpreise bremsen. Eine ähnliche Wirkung hatte bereits eine frühere Senkung der Kraftstoffsteuer im Mai und Juni.
Der Effekt wird jedoch zeitlich begrenzt sein. Die neue Regelung gilt nur bis Ende Dezember. Danach könnte der Preisdruck wieder stärker werden, falls die Energiepreise auf dem Weltmarkt hoch bleiben.
Für die deutsche Wirtschaft bleibt damit vor allem die Entwicklung des Ölmarktes wichtig. Die weitere Richtung der Preise hängt auch von der Lage im Nahen Osten ab. Eine Beruhigung der Lage könnte den Druck auf Öl und Kraftstoffe verringern.
Eine längere Krise könnte dagegen die Kosten weiter erhöhen. Das wäre für Verbraucher und Unternehmen eine zusätzliche Belastung. Besonders betroffen wären Branchen mit hohen Transportkosten.
Auch die Entwicklung der Inflation im kommenden Jahr bleibt deshalb ein wichtiges Thema. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten, dass die Inflation in Deutschland erhöht bleiben könnte. Nach ihren Prognosen könnte sie von 2,8 Prozent in diesem Jahr auf 3,2 Prozent im Jahr 2027 steigen.
Die September-Daten liefern nun einen wichtigen Hinweis auf die aktuelle Preisentwicklung. Entscheidend wird sein, wie stark die hohen Kraftstoffpreise bereits auf andere Waren und Dienstleistungen wirken.
Für Verbraucher ist die Entwicklung an den Tankstellen besonders sichtbar. Doch die Folgen können weiter reichen. Steigende Transportkosten können sich mit Verzögerung auf viele Preise auswirken.
Die geplante Steuersenkung dürfte diesen Druck zum Jahresende etwas abmildern. Ob das reicht, hängt jedoch stark von den Ölpreisen und der weiteren Entwicklung des Krieges mit Iran ab.
