Togo initiiert einen globalen Vorstoß, die Mercator-Projektion zu ändern, da sie geografische Ungenauigkeiten aufweist, die Afrikas wahre Größe verzerren. Außenminister Robert Dussey betont die Notwendigkeit „wissenschaftlicher Wahrheit“ und hinterfragt die langjährige Wahrnehmung von Afrikas Marginalität. Die aktuellen Weltkarten, die auf einem Entwurf aus dem 16. Jahrhundert basieren, verzerren Kontinentgrößen erheblich, indem sie Afrika schrumpfen und Landmassen in Polnähe vergrößern. Diese Verzerrung soll irreführende Narrative in Medien, Bildung und Politik aufrechterhalten und Afrikas immense Größe und Bevölkerungszahl untergraben. Der Aufruf zur Aktion unterstreicht eine kritische Neubewertung der globalen Kontinentdarstellung.
Die vom Kartografen Gerardus Mercator für die Navigation entwickelte Projektion bläht Regionen wie Grönland und Nordamerika auf, während sie die Größe Afrikas und Südamerikas verringert. So erscheint Grönland beispielsweise so groß wie Afrika, obwohl es in Wirklichkeit 14-mal kleiner ist. Dieser grundlegende Fehler hat die Kampagne „Korrigiert die Karte“ ins Leben gerufen, die von der Afrikanischen Union (AU) in Auftrag gegeben und von Interessengruppen wie Africa No Filter und Speak Up Africa angeführt wird. Die Kampagne befürwortet den Ersatz der Mercator-Projektion durch die 2018 eingeführte Equal-Earth-Projektion, die darauf abzielt, Länder in ihren tatsächlichen proportionalen Größen darzustellen und historische kartografische Fehlrepräsentationen zu korrigieren.
Die Afrikanische Union hat bereits einen bedeutenden Schritt unternommen, indem sie Anfang des Jahres eine Resolution verabschiedete, die die Equal-Earth-Projektion fördert und ihre 55 Mitgliedstaaten dazu anregt, von der Mercator-Karte abzurücken. Die nächste entscheidende Phase besteht in einer „institutionellen Herausforderung“: der Sicherung einer Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen zur offiziellen Billigung der Equal-Earth-Projektion. Dieser Schritt würde globale Anerkennung schaffen und eine weitreichende Annahme der genaueren Karte fördern. Die Initiative unterstreicht einen kollektiven Einsatz afrikanischer Nationen, um eine historische geografische Ungerechtigkeit zu korrigieren und eine gerechtere visuelle Darstellung der Welt zu fördern.
Außenminister Dussey bestätigte, dass ein Resolutionsentwurf derzeit vorbereitet wird und voraussichtlich bei der nächsten UN-Generalversammlung im September zur Abstimmung gestellt wird. Er erklärte, dass das Abstimmungsverhalten der Länder deren „wahre Gesinnung“ offenbaren würde, was die politische Bedeutung dieser kartografischen Debatte unterstreicht. Der Konsens unter den afrikanischen Ländern für diese Initiative ist Berichten zufolge hoch. Dieser globale Vorstoß Togos, unterstützt von der AU, signalisiert eine wachsende Nachfrage nach genauer geografischer Darstellung und stellt die lange etablierten visuellen Verzerrungen in unserem Weltverständnis in Frage, wobei anerkannt wird, dass fast alle aktuellen Weltkarten tatsächlich verzerrt sind.
