Der frühere US-Präsident Joe Biden hat Präsident Donald Trump bei einer Veranstaltung der Demokratischen Partei im Bundesstaat Maryland scharf kritisiert. In einer rund zehnminütigen Rede warf Biden seinem Nachfolger Amtsmissbrauch vor. Zudem erklärte er, Trump schade dem internationalen Ansehen der Vereinigten Staaten wie kein anderer Präsident zuvor.
Die Rede hielt Biden bei einer Benefizveranstaltung in Hanover. Vor zahlreichen Unterstützern sagte er, Trump habe kein Schamgefühl und nutze das Präsidentenamt für eigene Interessen. Seine Aussagen wurden vom Publikum mehrfach mit Applaus aufgenommen.
Ein Schwerpunkt der Rede waren mehrere Bauprojekte der Trump-Regierung in Washington. Biden kritisierte besonders die Renovierung des Reflecting Pools. Nach seiner Ansicht zeige das Projekt die fehlende Kompetenz der Regierung. Er erklärte, die Ausgaben seien kein sinnvoller Einsatz von Steuergeldern.
Außerdem warf Biden Trump vor, das Präsidentenamt für finanzielle Vorteile zu nutzen. Er sagte, öffentliche Gelder würden für politische Zwecke eingesetzt. Besonders kritisierte er die Unterstützung für Personen, die am Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 beteiligt waren.
Biden erklärte, diese Menschen hätten keine Entschädigung verdient. Stattdessen müssten sie für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden. Seine Aussagen lösten erneut starken Beifall unter den Anwesenden aus.
Der Sturm auf das Kapitol ereignete sich am 6. Januar 2021. Kurz zuvor hatte Trump bei einer Kundgebung erneut unbelegte Vorwürfe über Wahlbetrug erhoben. Danach drangen zahlreiche seiner Anhänger in das Kapitol ein, während der Kongress den Wahlsieg Bidens bestätigen wollte. Bei den Ausschreitungen kam es zu Gewalt, mehreren Todesfällen und zahlreichen Verletzten. Das Ereignis gilt als einer der schwersten Angriffe auf die amerikanische Demokratie.
Zum Ende seiner Rede rief Biden seine Anhänger dazu auf, sich weiter für demokratische Werte einzusetzen. Er sagte, die Vereinigten Staaten seien ein Land der Fairness, Gleichheit und des Respekts. Jeder Mensch verdiene Würde und gleiche Chancen.
Der Auftritt fand genau zwei Jahre nach dem TV-Duell zwischen Biden und Trump statt. Die Debatte hatte damals große Zweifel an Bidens erneuter Kandidatur ausgelöst. Viele Zuschauer empfanden seine Antworten als unsicher und schwer verständlich. Wenige Wochen später verzichtete Biden auf eine weitere Kandidatur für das Präsidentenamt.
Während der Veranstaltung sprach Biden nicht über seinen Gesundheitszustand. Beobachter stellten jedoch fest, dass er zu Beginn seiner Rede mehrmals husten musste. Am Ende wirkte er kurz unsicher, welchen Weg er von der Bühne nehmen sollte. Insgesamt trat er jedoch konzentriert auf und beendete seine Rede ohne größere Unterbrechungen.
Vor einem Jahr hatte Biden öffentlich bekannt gegeben, dass er an Krebs erkrankt ist. Anschließend unterzog er sich einer Strahlentherapie und einer Hormonbehandlung. Seitdem nimmt er nur noch an ausgewählten öffentlichen Terminen teil und unterstützt weiterhin Veranstaltungen der Demokratischen Partei.
Der aktuelle Schlagabtausch zwischen Biden und Trump zeigt, dass die politischen Spannungen in den USA weiter hoch bleiben. Beide Politiker prägen weiterhin die politische Debatte. Ihre Aussagen und Auftritte dürften auch in den kommenden Monaten große Aufmerksamkeit erhalten.
