Die Spannungen zwischen Iran und den USA haben in der Nacht einen neuen Höhepunkt erreicht, gekennzeichnet durch gegenseitige Drohungen, aber auch durch vage Hoffnungsschimmer. Während US-Präsident Trump von „recht guten Neuigkeiten“ bezüglich Iran sprach und die Fortsetzung von Verhandlungen ankündigte, drohte er gleichzeitig mit einem Ende der Waffenruhe und einem Wiederbeginn militärischer Angriffe, falls bis Mittwoch keine langfristige Einigung erzielt werde. Die US-Seeblockade iranischer Häfen werde unterdessen aufrechterhalten.
Aus Teheran kam umgehend eine scharfe Reaktion: Iran kündigte eine erneute Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus an, sollte die US-Blockade bestehen bleiben. Der einflussreiche Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf betonte, die Meerenge werde unter diesen Umständen nicht offen bleiben. Diese Drohung erfolgt, nachdem die Staatsführung in Teheran während der Waffenruhe zunächst die Durchfahrt von Öltankern und Handelsschiffen erlaubt hatte. Eine Gruppe von rund 20 Handelsschiffen brach jedoch in der Nacht einen Versuch ab, die Meerenge zu passieren, und kehrte um, was die anhaltende Unsicherheit verdeutlicht.
Ein zentraler Streitpunkt in den laufenden Verhandlungen ist der Umgang mit Irans hoch angereichertem Uran. Präsident Trump hatte in einem Interview die Bereitschaft der USA signalisiert, mit Iran zusammenzuarbeiten, um dessen Uranvorräte zu sichern und in die Vereinigten Staaten zu bringen, ohne dafür Geld zu zahlen. Irans Außenamtssprecher Esmaeil Baqaei wies diese Behauptung umgehend zurück und erklärte, ein Transfer von Uran in die USA sei niemals eine Option oder gar Gegenstand von Debatten gewesen. Berichte über die mögliche Freigabe von 20 Milliarden US-Dollar eingefrorener iranischer Gelder im Gegenzug für die Uran-Aufgabe bleiben somit unbestätigt und widersprüchlich.
Die öffentliche Kommunikation beider Seiten ist von widersprüchlichen Aussagen und scharfen Warnungen geprägt. Während Trump optimistisch von einer schnellen Lösung und baldigen Einigung sprach, warfen iranische Offizielle den USA wiederholt Lügen und Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Die Zukunft der Verhandlungen und die Stabilität in der Region hängen nun von der Fähigkeit ab, diese tiefgreifenden Differenzen zu überbrücken und einen Weg zu finden, der sowohl militärische Eskalation als auch eine wirtschaftliche Blockade vermeidet. Die Zeit drängt angesichts Trumps Ultimatum bis Mittwoch.
