Mirjana Spoljaric hat über die schwierige Arbeit humanitärer Helfer in Kriegsgebieten gesprochen. Die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz erklärte, dass ihre Organisation auch dort im Einsatz sei, wo andere keinen Zugang hätten. Dazu gehören aktive Kampfgebiete, Gefängnisse und Orte, an denen Menschen unter schwersten Bedingungen festgehalten werden.
Nach ihren Worten arbeiten die Mitarbeiter des Roten Kreuzes direkt in Konfliktregionen und erleben die Folgen von Gewalt aus nächster Nähe. Sie sagte, dass Gefangene den Besuch der Organisation oft als große Hoffnung sehen, weil sie wissen, dass nur wenige Menschen Zugang zu ihnen erhalten.
Spoljaric machte deutlich, dass ihre Organisation neutral arbeitet und das Ziel verfolgt, menschliches Leid zu verringern. Dabei gehe es nicht um politische Interessen, sondern um den Schutz von Menschen, die von Kriegen und Konflikten betroffen sind.
Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit besteht aus vertraulichen Gesprächen mit Regierungen, Militärs und anderen Konfliktparteien. Diese Verhandlungen sollen den Zugang zu Gefangenen ermöglichen, humanitäre Hilfe sichern und den Schutz der Zivilbevölkerung verbessern. Viele dieser Gespräche finden hinter verschlossenen Türen statt, damit praktische Lösungen erreicht werden können.
Die Präsidentin berichtete außerdem, dass das humanitäre Völkerrecht in vielen Konflikten immer häufiger missachtet werde. Das erschwere die Arbeit von Hilfsorganisationen erheblich und erhöhe die Risiken für Zivilisten sowie für humanitäre Helfer.
Auch die Lage im Gazastreifen spielte in ihren Ausführungen eine wichtige Rolle. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz war dort unter anderem an der Unterstützung von Geiselaustauschen beteiligt und setzte sich für den Schutz von Gefangenen sowie der Zivilbevölkerung ein. Gleichzeitig betonte Spoljaric, dass die Organisation auch in vielen anderen Krisenregionen weltweit aktiv sei.
Sie sprach offen über die persönliche Belastung ihrer Arbeit. Das tägliche Leid der Menschen löse bei ihr große Betroffenheit und Wut aus. Dennoch versuche sie, diese Gefühle in konkrete Hilfe umzuwandeln und sich weiter für Menschen einzusetzen, die dringend Unterstützung benötigen.
Nach ihren Angaben bleibt das Internationale Komitee vom Roten Kreuz auch in Zukunft in den schwierigsten Krisengebieten präsent. Die Organisation will weiterhin humanitäre Hilfe leisten, Gefangene besuchen und den Dialog mit allen Konfliktparteien suchen. Ziel bleibt es, das Leid der betroffenen Menschen zu lindern und den Schutz des humanitären Völkerrechts zu stärken.
