Bastian Schweinsteiger hat die deutsche Nationalmannschaft nach der Niederlage gegen Griechenland deutlich kritisiert. Der frühere Weltmeister sprach nach dem 0:1 in Augsburg über den aktuellen Zustand des Teams. Seine Worte richteten den Blick vor allem auf die Spieler.
Deutschland verlor am Sonntag im zweiten Spiel der Nations League gegen Griechenland. Dimitrios Kourbelis erzielte in der 74. Minute das einzige Tor. Es war der erste Sieg Griechenlands gegen Deutschland überhaupt. Deutschland hat damit nach zwei Spielen nur einen Punkt. Zuvor hatte das Team 1:1 gegen die Niederlande gespielt.
Für Jürgen Klopp war es das erste Heimspiel als Bundestrainer. Der neue Coach hatte fünf Änderungen an seiner Startelf vorgenommen. Er wollte verschiedene Spieler testen und die Mannschaft neu aufbauen. Klopp hatte zuvor einen großen Kader für die ersten Spiele ausgewählt.
Die Niederlage macht den Start in seine Amtszeit jedoch schwieriger. Deutschland zeigte gegen Griechenland lange wenig Durchschlagskraft. Die Gäste standen oft tief und machten es dem deutschen Team schwer, Räume zu finden.
Schweinsteiger war nach dem Spiel als Experte im deutschen Fernsehen dabei. Der ehemalige Bayern-Spieler fand klare Worte für die aktuelle Lage. Er sagte, Deutschland sei keine Topmannschaft mehr. Das Team sei derzeit nur noch durchschnittlich.
Nach Schweinsteigers Einschätzung fehlen Deutschland Spieler, die ein Spiel allein entscheiden können. Als Beispiel nannte er drei griechische Spieler. Dazu gehören Konstantinos Karetsas, Christos Tzolis und Vangelis Pavlidis.
Schweinsteiger sieht diese Spieler als Akteure, die den Unterschied machen können. Zugleich setzte er Hoffnung in Klopp. Der frühere Nationalspieler sagte, er hoffe, dass Klopp eine Mannschaft entwickeln könne, die seinen Fußball spielt.
Damit richtete Schweinsteiger seine Kritik nicht nur auf den neuen Trainer. Seine Aussagen betrafen vor allem die Qualität und das Spiel der aktuellen Mannschaft. Klopp soll nun aus dem vorhandenen Kader ein neues Team formen.
Der Bundestrainer selbst zeigte sich nach der Niederlage kritisch. Klopp sagte, die Niederlage dürfe nicht passieren. Mit einem Unentschieden hätte er leben können. Das Ergebnis sei für ihn aber nicht akzeptabel gewesen.
Klopp erklärte zudem, dass die vielen Wechsel auf seine Entscheidung zurückgingen. Die Mannschaft sei erst seit kurzer Zeit zusammen. Gegen einen tief stehenden Gegner brauche es klare Abläufe. Dafür seien Training und gemeinsame Spielzeit wichtig.
Das deutsche Team steht damit am Beginn eines neuen Abschnitts. Klopp übernahm die Nationalmannschaft nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Weltmeisterschaft 2026. Sein Ziel ist es, die Mannschaft bis zur Europameisterschaft 2028 neu zu entwickeln.
Für den Trainer geht es zunächst darum, verschiedene Spieler zu testen. Klopp hatte für die erste Länderspielphase sogar zwei Gruppen mit insgesamt 44 Spielern gebildet. Damit wollte er mehr Akteure beobachten und zugleich die Belastung reduzieren.
Die Ergebnisse zeigen jedoch einen schwierigen Start. Gegen die Niederlande gab es ein 1:1. Gegen Griechenland folgte nun die erste Niederlage. Deutschland steht damit nach zwei Spielen bei einem Punkt.
Griechenland führt dagegen die Gruppe nach dem Sieg in Augsburg an. Die Mannschaft hatte zuvor auch gegen Serbien gewonnen. Damit hat das Team von Trainer Ivan Jovanovic einen erfolgreichen Start in die Nations League erwischt.
Besonders auffällig war dabei die fehlende Durchschlagskraft Deutschlands. Die Gastgeber hatten Chancen, konnten diese aber nicht nutzen. Griechenland blieb geduldig und erzielte schließlich das entscheidende Tor.
Auch Kapitän Joshua Kimmich sprach nach dem Spiel über die Leistung. Er sagte, Deutschland sei derzeit weit davon entfernt, wieder eine Topmannschaft zu sein. Damit bestätigte er zumindest teilweise die Einschätzung Schweinsteigers.
Klopp bleibt dennoch bei seinem langfristigen Ansatz. Er will aus den ersten Spielen lernen und die Mannschaft Schritt für Schritt entwickeln. Die nächsten Nations-League-Spiele werden weitere Hinweise auf seine Pläne geben.
Schweinsteigers Kritik sorgt dabei für zusätzliche Aufmerksamkeit. Seine Aussage stellt vor allem eine Frage in den Mittelpunkt: Welche Spieler können unter Klopp künftig den Unterschied machen? Die Antwort darauf muss der neue Bundestrainer in den kommenden Monaten finden.
