Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran nehmen an Fahrt auf, doch die Nachrichtenlage bleibt verwirrend. US-Präsident Donald Trump drängt Israel zur Einhaltung einer Feuerpause im Libanon und kündigt einen baldigen „Deal“ mit Iran an, während Teheran die zeitweise Öffnung der Straße von Hormus signalisiert. Berichte über ein dreiseitiges Abkommen und mögliche Zugeständnisse wie die Freigabe eingefrorener Gelder oder der Transfer von angereichertem Uran werden jedoch umgehend dementiert oder als fehlerhaft zurückgewiesen. Diese widersprüchlichen Meldungen sind offenbar Teil einer Taktik, um die Bereitschaft des Gegners für Zugeständnisse auszuloten. Währenddessen bereitet sich die deutsche Marine auf eine mögliche Schutzmission im Rahmen der Nachkriegsordnung im Nahen Osten vor.
Trotz Kanzler Friedrich Merz’s vorschnellem Urteil, die FDP sei „endgültig von der politischen Bühne verschwunden“, zeigen sich die Liberalen an diesem Wochenende erstaunlich vital. Gleich vier Landesverbände halten Parteitage ab, im Fokus steht der Kampf um den Bundesvorsitz. Der 39-jährige Henning Höne tritt gegen den erfahrenen Wolfgang Kubicki (74) an. Kubicki zweifelt öffentlich an Hönes Fähigkeit, die Sichtbarkeitsprobleme der Partei in kurzer Zeit zu überwinden, was einen robusten Wettbewerb um die Parteiführung erwarten lässt. Die Liberalen wollen beweisen, dass sie noch lange nicht abgeschrieben sind.
Ein brisantes Wiedersehen erwartet Kanzler Friedrich Merz in Hannover, wo er Brasiliens Präsidenten Lula da Silva zur Eröffnung der Hannover Messe trifft. Lula hegt den Wunsch, eine „Wurst vom Straßenimbiss“ zu genießen – eine Geste, die auch als Gelegenheit dienen könnte, Merz’s früheren Fauxpas in Brasilien zu kaschieren. Im vergangenen Herbst hatte der Kanzler abfällig über das Stadtbild von Belém geäußert und damit brasilianische Gemüter erregt. Hannover, bekannt für seine vielfältige Wurstkultur und ehemalige „Kanzlerplatte“ von Gerhard Schröder, bietet hierfür die perfekte Kulisse. Es bleibt abzuwarten, ob die kulinarische Geste zur politischen Annäherung beitragen kann.
Für Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hingegen sorgt ein „fehlerhafter“ Gesetzentwurf zur Beamtenbesoldung für Wirbel. Die geplante üppige Gehaltserhöhung für Spitzenbeamte und Minister, ausgerechnet in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten, stößt auf breite Empörung und erschwert Dobrindt die Vermittlung der gerichtlich vorgeschriebenen Reform. Abseits dieser Debatten werden Stimmen laut, die die Verteidigung der Demokratie angesichts aufstrebender Parteien wie der AfD nicht nur mit moralischen Argumenten untermauern wollen. Zudem kritisiert der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein die zunehmende Verbreitung von Hass gegen Israel im Kulturbereich.
