Der weltberühmte Komponist Andrew Lloyd Webber, Schöpfer von Musicals wie Cats und Evita, hat mit 78 Jahren seine langjährige Alkoholsucht öffentlich gemacht. In einem Interview mit der „Sunday Times“ enthüllte er, dass er ein „trockener Alkoholiker“ ist und gestand, sich und die Öffentlichkeit jahrelang getäuscht zu haben. Diese späte Beichte ist ein erschütterndes Geständnis über die Abgründe des Alkoholismus und seinen Kampf, dieser Krankheit zu entkommen. Sein öffentliches Bekenntnis beim 70-jährigen Thronjubiläum der Queen 2022 hatte bereits für Aufsehen gesorgt.
Schon 2016 deutete Lloyd Webber in einem Interview seine Probleme an, indem er erklärte, täglich Wein getrunken zu haben, aber dann angeblich „einfach aufgehört“ habe. Er prahlte mit seinem „starken Willen“ und dem Verkauf seiner Weinsammlung. Heute bezeichnet er diese Aussagen als „Prahlerei“. Nach einer Phase der Abstinenz begannen ihn Ängste vor dem Verlust seiner Kreativität zu plagen, was ihn dazu verleitete, heimlich wieder zu trinken. Der Übergang vom Weintrinker zum geheimen Wodka-Konsumenten war für ihn ein schockierendes Eingeständnis seiner Sucht.
Diese Heimlichkeit führte zu einer Abwärtsspirale, die vor etwa 18 Monaten einen kritischen Punkt erreichte, als seine Familie, insbesondere seine Frau, „verzweifelt“ war und das Gefühl hatte, nicht mehr weitermachen zu können. Lloyd Webber suchte schließlich Hilfe in einer Klinik, doch als entscheidend für seine Genesung erwiesen sich die Treffen der Anonymen Alkoholiker. Dieses Mal scheint seine Genesung umfassend zu sein: Entzug, Sponsoren und das volle Programm der Suchthilfe sollen ihm helfen, dauerhaft nüchtern zu bleiben.
Als Zeichen seiner ernsthaften Bemühungen und als endgültigen Bruch mit seiner Vergangenheit plant er, seine wertvolle Weinsammlung, die auf rund 300.000 Pfund geschätzt wird, erneut zu versteigern. Der Erlös soll diesmal sozialen Projekten zugutekommen. Seine jüngste Tochter überraschte ihn kürzlich in New York mit Ballons zum einjährigen Jubiläum seiner Nüchternheit – ein hoffnungsvolles Zeichen dafür, dass seine Geschichte diesmal tatsächlich wahr und seine Genesung nachhaltig ist.
