Volkswagen-Chef Oliver Blume hat intern erstmals die mögliche Größe eines weiteren Stellenabbaus im Konzern genannt. Nach seinen Angaben könnten bis 2030 weltweit bis zu 50.000 Arbeitsplätze wegfallen. Diese Zahl kommt zusätzlich zu bereits geplanten Kürzungen von rund 50.000 Stellen bei Volkswagen, Audi und weiteren Marken des Konzerns.
Blume erklärte die mögliche Zahl mit den hohen Verwaltungskosten des Unternehmens. Volkswagen müsse seine Kosten auf ein Niveau bringen, das im internationalen Wettbewerb bestehen könne. Nach Angaben aus dem internen Gespräch liegen die Gemeinkosten des Konzerns noch deutlich über denen vergleichbarer Unternehmen.
Der VW-Chef betonte, dass die Zahl von 50.000 Stellen eine theoretische Berechnung sei. Der Konzern prüfe derzeit, welche Veränderungen in einzelnen Marken, Regionen und Bereichen tatsächlich notwendig seien. Konkrete Entscheidungen über den Umfang der Kürzungen seien noch nicht getroffen worden.
Die mögliche Reduzierung betrifft Volkswagen in einer Zeit großer Veränderungen in der Autoindustrie. Der Konzern kämpft mit steigenden Kosten, schwacher Nachfrage in einigen Märkten und einem starken Wettbewerb bei Elektroautos.
Besonders betroffen könnten mehrere deutsche Standorte sein. Blume äußerte sich erstmals zu den Werken in Zwickau, Emden, Hannover und zum Audi-Standort Neckarsulm. Nach seinen Angaben gibt es derzeit keine sichere Zusage für eine langfristig wettbewerbsfähige Auslastung dieser Werke.
Volkswagen sieht in Europa eine Überkapazität von rund 500.000 Fahrzeugen. Diese Produktionsmenge müsse nach Ansicht des Konzerns reduziert werden. Für einige Standorte könnte die Autoproduktion zwischen 2031 und 2034 enden.
Trotz der schwierigen Lage setzt Volkswagen laut Blume nicht ausschließlich auf Werksschließungen. Der Konzernchef sprach sich für alternative Lösungen aus. Dazu gehören neue Nutzungskonzepte für Standorte sowie Gespräche mit möglichen Partnern.
Die Zukunftsplanung von Blume wurde zuletzt im Aufsichtsrat diskutiert. Der Plan stieß jedoch auf Widerstand von Arbeitnehmervertretern und dem Land Niedersachsen. Beide Seiten sollen in den kommenden Monaten über mögliche Lösungen verhandeln.
Gewerkschaften und politische Vertreter reagieren kritisch auf mögliche weitere Stellenkürzungen. Sie fordern, Arbeitsplätze zu sichern und gemeinsam mit dem Unternehmen langfristige Perspektiven für die Standorte zu entwickeln.
Volkswagen steht vor der Herausforderung, Kosten zu senken und gleichzeitig den Wandel zur Elektromobilität voranzutreiben. Der Konzern investiert in neue Technologien, muss aber gleichzeitig seine Produktionsstrukturen an die veränderte Marktlage anpassen.
Die Diskussion über den Stellenabbau dürfte Volkswagen in den kommenden Jahren begleiten. Eine endgültige Entscheidung über die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze und mögliche Maßnahmen steht noch aus. Der Konzern will zunächst weitere Prüfungen durchführen und Gespräche mit den Beteiligten fortsetzen.
