Der Chemiekonzern BASF hat Interesse an einer möglichen Übernahme von Evonik gezeigt. Evonik bestätigte am Freitag eine unverbindliche Anfrage des größeren Konkurrenten.
BASF bestätigte später ebenfalls den Kontakt. Der Konzern erklärte, dass er mit Evonik und der RAG-Stiftung über einen möglichen Kauf gesprochen habe. Die Stiftung ist der größte Aktionär von Evonik.
Eine Entscheidung gibt es aber noch nicht. BASF betonte, dass der Verlauf und das Ergebnis der Gespräche offen sind. Evonik teilte zudem mit, dass aktuell keine Gespräche stattfinden.
Nach Angaben von Evonik bezog sich die Anfrage auf ein mögliches freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot. Dieses könnte sich auf alle Aktien des Unternehmens beziehen. Eine verbindliche Offerte liegt bisher jedoch nicht vor.
Auch die RAG-Stiftung bestätigte den Kontakt mit BASF. Die Stiftung erklärte, dass sie wegen eines möglichen Übernahmeangebots angesprochen wurde. Weitere Einzelheiten nannte sie nicht.
Die Rolle der Stiftung ist bei einem möglichen Kauf sehr wichtig. Sie hält rund 43,8 Prozent der Evonik-Aktien. Damit besitzt sie einen großen Anteil an dem Essener Chemiekonzern.
Zusätzlich hat die RAG-Stiftung drei ausstehende Anleihen. Diese Anleihen enthalten Rechte zur Umwandlung in Evonik-Aktien. Auch diese Position könnte bei einem möglichen Geschäft wichtig werden.
BASF prüft regelmäßig mögliche Übernahmen. Der Konzern sucht dabei nach Geschäften, die seine Kernbereiche stärken können. Auch profitables Wachstum und mehr Unternehmenswert gehören zu den genannten Zielen.
Ein Kauf von Evonik könnte BASF ein größeres Produktangebot geben. Zugleich könnte der Konzern seine Präsenz in weiteren Märkten ausbauen. Ein weiteres Ziel könnte eine stärkere Position gegenüber chinesischen Wettbewerbern sein.
Für BASF wäre die Übernahme ein großer Schritt. Evonik hat einen Börsenwert von mehr als 8 Milliarden Euro. Der Kauf würde daher ein Geschäft von erheblicher Größe darstellen.
Die mögliche Transaktion kommt in einer schwierigen Phase für die Chemiebranche. Viele Unternehmen kämpfen mit hohen Kosten für Energie und Rohstoffe. Die Folgen des Krieges im Nahen Osten erhöhen den Druck zusätzlich.
Gleichzeitig sind die Preise für einige Chemieprodukte gestiegen. Lieferengpässe haben den Markt in bestimmten Bereichen belastet. Dadurch konnten einige Unternehmen höhere Verkaufspreise erzielen.
BASF arbeitet selbst an einem großen Umbau. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Stellen gestrichen. Zwischen Januar 2024 und Ende Juni 2026 wurden weltweit etwa 7.000 Arbeitsplätze abgebaut.
Besonders betroffen ist der Standort Ludwigshafen. Dort setzt BASF seine Spar- und Umbaupläne fort. Der Konzern will seine Kosten senken und sein Geschäft neu ausrichten.
Trotz der schwierigen Lage konnte BASF seine Gewinnprognose für das laufende Jahr erhöhen. Höhere Preise für bestimmte Produkte halfen dem Unternehmen. Vorstandschef Markus Kamieth hob deshalb die Prognose an.
Auch beim Portfolio gab es wichtige Änderungen. Ende Juni verkaufte BASF 60 Prozent seines Geschäfts mit Autolacken an die US-Investmentgesellschaft Carlyle.
Aus dem Geschäft entstand das Gemeinschaftsunternehmen Surventis. BASF hält weiterhin 40 Prozent daran. Langfristig plant der Konzern jedoch den vollständigen Ausstieg aus dem Geschäft.
Eine mögliche Übernahme von Evonik würde somit in die laufende Neuordnung bei BASF passen. Sie könnte dem Konzern neue Produkte und Märkte bringen.
Ob BASF tatsächlich ein Angebot vorlegt, bleibt offen. Die bisherige Anfrage ist nicht bindend. Eine endgültige Vereinbarung zwischen den Unternehmen gibt es derzeit nicht.
