Die drei großen deutschen Premiumautohersteller BMW, Mercedes-Benz und Audi haben ihre Verkaufszahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Marken und ihren wichtigsten Märkten. Während BMW beim weltweiten Absatz weiterhin vorne liegt, muss auch der Münchner Hersteller Rückgänge hinnehmen. Mercedes-Benz verliert ebenfalls an Boden, während Audi mit besonders starken Einbußen kämpft.
Vor allem der US-Markt zeigt ein unterschiedliches Bild. BMW führt dort sowohl bei den Quartalszahlen als auch beim bisherigen Jahresabsatz. Mercedes-Benz kann jedoch ebenfalls Fortschritte erzielen. Audi steht dagegen unter erheblichem Druck und muss deutliche Verkaufsverluste verkraften.
BMW verkaufte in den USA im dritten Quartal insgesamt 100.210 Fahrzeuge. Das entspricht einem Anstieg von 3,4 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Seit Jahresbeginn erreichte der Hersteller 287.154 Verkäufe. Damit liegt das Unternehmen 4,3 Prozent über dem Vorjahreswert.
Auch Mercedes-Benz entwickelte sich auf dem US-Markt positiv. Im dritten Quartal verkaufte die Marke 75.300 Fahrzeuge. Das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Seit Beginn des Jahres erreichte Mercedes-Benz insgesamt 238.300 Verkäufe. Das entspricht einem kräftigen Wachstum von zwölf Prozent.
Damit liegt Mercedes-Benz zwar hinter BMW, konnte jedoch bei den prozentualen Zuwächsen stärker zulegen. Beide Hersteller profitieren derzeit von einer vergleichsweise guten Entwicklung auf dem amerikanischen Markt.
Für Audi sieht die Situation deutlich schwieriger aus. Der Hersteller verkaufte im dritten Quartal 39.751 Fahrzeuge in den USA. Das entspricht einem Rückgang von 15 Prozent. Seit Jahresbeginn gingen die Verkäufe um 16 Prozent auf 107.667 Fahrzeuge zurück. Damit erreicht Audi nicht einmal die Hälfte des bisherigen US-Absatzes von Mercedes-Benz.
Auf dem weltweiten Markt bleibt BMW ebenfalls die Nummer eins unter den drei deutschen Herstellern. Im dritten Quartal lieferte das Unternehmen 479.291 Fahrzeuge aus. Seit Jahresbeginn summierte sich der Absatz auf 1.483.960 Fahrzeuge.
Allerdings zeigen auch diese Zahlen eine schwächere Entwicklung. Im Vergleich zum Vorjahr sank der weltweite Quartalsabsatz um 6,8 Prozent. Für die ersten drei Quartale beträgt das Minus 6,4 Prozent. Trotz seiner Spitzenposition muss BMW somit auf die rückläufige Nachfrage reagieren.
Mercedes-Benz liegt beim weltweiten Absatz auf dem zweiten Platz. Der Hersteller verkaufte im dritten Quartal 407.200 Fahrzeuge. Seit Jahresbeginn waren es insgesamt 1.244.400 Fahrzeuge. Damit bleibt die Marke deutlich hinter BMW.
Auch bei Mercedes-Benz gingen die Verkäufe zurück. Im dritten Quartal lag das Minus bei acht Prozent. Für die ersten drei Quartale betrug der Rückgang sieben Prozent. Die Ergebnisse zeigen, dass die positive Entwicklung in den USA die schwächeren Zahlen auf anderen Märkten nicht vollständig ausgleichen kann.
Audi steht weltweit vor noch größeren Problemen. Der Hersteller verkaufte im dritten Quartal 314.905 Fahrzeuge. Das entspricht einem Rückgang von 19,7 Prozent. Seit Jahresbeginn erreichte Audi 1.042.150 Verkäufe. Damit liegt der Absatz 11,4 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Besonders schwierig ist die Lage bei einigen elektrischen Modellen. Die Nachfrage nach dem Q4 e-tron und dem Q6 e-tron ist stark gesunken. Beide Modelle verzeichneten Rückgänge von mehr als 90 Prozent im Quartal und im bisherigen Jahresverlauf. Das setzt Audi zusätzlich unter Druck.
Allerdings gibt es auch positive Entwicklungen. Der neue Audi Q3 wurde umfassend überarbeitet. Im vergangenen Quartal stiegen seine Verkäufe um 24 Prozent. Auch der Q7 entwickelte sich im Quartal besser. Zudem hat Audi ein neues Modell vorgestellt und plant mit dem Q9 ein weiteres großes Fahrzeug.
Vor allem bei den Elektroautos muss Audi jedoch neue Lösungen finden. BMW und Mercedes-Benz bereiten mit dem neuen iX3 und dem elektrischen GLC weitere Konkurrenz vor. Beide Modelle könnten den Wettbewerb im Premiumsegment verschärfen.
Der Q4 e-tron ist bereits seit fünf Jahren auf dem Markt. Eine umfassende Modernisierung oder eine neue Generation könnte deshalb helfen, das Modell wieder attraktiver zu machen. Beim jüngeren Q6 e-tron dürfte eine schnelle grundlegende Änderung schwieriger sein.
Die aktuellen Verkaufszahlen zeigen, dass alle drei deutschen Hersteller vor Herausforderungen stehen. BMW bleibt weltweit führend und wächst in den USA. Mercedes-Benz erzielt dort ebenfalls Zuwächse, während Audi auf beiden Märkten deutliche Verluste verzeichnet. Besonders die schwache Nachfrage nach elektrischen Modellen könnte für Audi zu einer wichtigen Aufgabe werden.
